• Stimmlippenoperation

     

Muss der Patient nach einer Stimmlippenoperation wirklich schweigen?

Die Empfehlungen, wie nach einer Stimmlippenoperation die Stimme zu schonen oder zu gebrauchen sei, sind weltweit sehr unterschiedlich. Nicht selten werden die Patienten zu mehrwöchiger kompletter Stimmruhe angehalten. Flüstern wird im Allgemeinen nicht als Alternative angeboten. Aufgrund langjähriger Erfahrungen halten die Autoren des Beitrags dagegen einen frühzeitigen, kontrollierten Stimmgebrauch im Sinne einer Frührehabilitation für wichtig.

Die häufigste Indikation für Stimmlippenoperationen bei benignen Veränderungen ist das Ziel der Stimmverbesserung. Andererseits besteht bei jeder Stimmlippenoperation mit Eröffnen des Epithels das Risiko einer Stimmverschlechterung, wenn es im ungünstigen Falle zu einer ungewollten oder sogar übermäßigen Vernarbung innerhalb der Lamina propria mit Veränderungen der biomechanischen Eigenschaften der Stimmlippe kommt. Die Behandlung von Stimmlippenvernarbungen ist sehr schwierig und es ist das primäre Ziel, den Heilungsprozess so zu beeinflussen, dass es nicht zu übermäßiger Narbenbildung kommt. Dabei spielt die Frage, ab wann die Stimmlippen wieder durch Stimmgebung belastet werden dürfen, eine wichtige Rolle.

Die Empfehlungen zum postoperativen Stimmgebrauch sind, Befragungen von Laryngologen zufolge, kontrovers. Nicht selten werden die Patienten zu mehrwöchiger Stimmruhe angehalten und vom Flüstern wird ihnen im Allgemeinen dringend abgeraten. Den Patienten bleibt dann nur die schriftliche Kommunikation. Das führt zu einer erheblichen Einschränkung der Lebensqualität und hat eine begrenzte Compliance der Patienten zur Folge. Dabei ist bisher nicht eindeutig nachgewiesen, dass Stimmruhe wirklich eine funktionell bessere Wundheilung nach sich zieht].

In vielen Bereichen der Medizin hat sich inzwischen die Frührehabilitation mit kontrollierter Mobilisation und Bewegungsübungen bereits im frühen Heilungsstadium bewährt und eine längere Ruhigstellung hat sich als ungünstig erwiesen. Deshalb stellt sich die Frage, inwieweit auch für die Stimmlippen bei frühzeitiger postoperativer „Mobilisierung“, also bei frühzeitigem Stimmgebrauch, bessere funktionelle Ergebnisse zu erreichen sind und zu welchem Zeitpunkt welche Stimmübungen durchzuführen wären.

Phasen der Wundheilung und die mögliche Bedeutung für die Stimmlippenfunktion

Heutzutage wird nach vielen orthopädischen Eingriffen eine Frührehabilitation empfohlen. Gewebe mit einer Bewegungsfunktion soll während der Wundheilungsphase frühzeitig mobilisiert werden, damit es „lernt“, wie es später funktionieren soll.

 

MERKE

Für die Stimmlippen würde Frühmobilisation bedeuten: Sie sollen longitudinal dehnbar sein, innerhalb der Schichtung der Lamina propria verschieblich sein und im Ganzen schwingen können.

Dieses Modell einer frühen Mobilisierung kann durch Untersuchungen des allgemeinen Wundheilungsprozesses erklärt werden, der sich in 3 verschiedene Phasen einteilen lässt.

 

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Aus der Zeitschrift Sprache - Stimme - Gehör 01/2020

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