Blutegel bei Arthrose an Hand und Fuß

Grundlage und Wirkmechanismus

Bekannt ist, dass bei chronifizierten Schmerzsyndromen durch degenerative Arthrosen neben der eigentlichen Knorpeldestruktion und begleitender entzündlicher intraartikulärer Reaktionen auch eine Vielzahl umgebender Haltestrukturen des Gelenkes, der Sehnen-Muskel-Bandapparat sowie das sekundär veränderte periartikuläre Bindegewebe am Schmerzgeschehen maßgeblich beteiligt sind.

Diese bekannten Zusammenhänge bilden auch die Grundlage für die hinlänglich etablierte Anwendung der Verfahren der externen physikalischen Therapie, der Thermotherapie und der Massage bei Arthroseleiden. Die „Injektion“ der Inhaltsstoffe der Saliva des Blutegels in das betroffene periartikuläre Gewebe kann diese Strukturen vielfältig beeinflussen. Durch die lokalen antiinflammatorischen und durchblutungsfördernden Wirkungen wird die Gewebe- und Stoffwechselfunktion am betroffenen Gelenk positiv beeinflusst.

Gewebliche Voraussetzungen beachten

Die Anlage der Blutegel bei Arthrosen an peripheren Gelenken von Hand und Fuß ist prinzipiell erfolgversprechend und möglich, jedoch sind hier speziell die geweblichenVoraussetzungen strenger zu beachten. Im Bereich der Finger- und Zehengelenke sollten Blutegel nur an Stellen mit gut ausgebildeter Subkutis gesetzt werden. Eine Anlage von Egeln an Lokalisationen mit nur dünner Haut und geringer Subkutis führt zumeist zu mangelnder Wirkung sowie verzögerter oder gar komplizierterWundheilung und sollte daher unterlassen werden. Für die kleineren Fingergrundgelenke werden in der Regel 1 bis 2 Egel verwendet.

Rhizarthrose erfolgreich behandeln

Gut geeignet für die Behandlung ist insbesondere die Arthrose des Daumensattelgelenkes, die Rhizarthrose. Hier können meist 1 bis 3 Egel im Bereich des angrenzenden Daumenballens sowie 1 bis 2 Egel direkt neben dem Gelenk oder am Schnittpunkt zwischen erstem und zweitem Strahl (Akupunkturpunkt Dickdarm 4) angesetzt werden .Auch hier sollte die genaue Schmerzangabe der Patienten beachtet werden. Auch ein Ansatz der Egel bei der Arthrose des ersten Zehengrundgelenks sowie bei Podagraa ist erfolgversprechend.

Fußbäder für die richtige Durchblutung

Für diese peripheren Anlagestellen ist auf eine gute Vorwärmung und Durchblutung der Haut vor der Egelanlage zu achten. Bewährt hat sich insbesondere die vorherige Durchführung eines warmen Hand- bzw. Fußbades. Eine Blutegelbehandlung der Finger-Polyarthrose (Heberden-Arthrose) ist hingegenkaum symptomatisch wirksam und darüber hinaus wegen der i.d.R. dort nur geringen Hautdicke nicht zu empfehlen.

Quelle

Vgl. Michalsen, A./Roth, M.: Blutegelbehandlung. Stuttgart: Haug Verlag 2012, S. 53ff.

Blutegeltherapie

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Andreas Michalsen, Manfred RothBlutegeltherapie

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