• Aku-Taping, Achillodynie, Naturheilkunde, Chinesische Medizin, Haug Verlag

     

Fallbericht: Aku-Taping bei Achillodynie

Eine Achillodynie lässt sich häufig erfolgreich durch Aku-Taping, v. a. in Kombination mit Akupunktur therapieren. Gerade Störungen des straffen und kollagenen Bindegewebes, dessen Kollagenfasern bei Sehnen parallelfaserig angeordnet sind, sprechen auf die Reiztherapie durch Aku-Taping gut an.

Anamnese

Die 38-jährige Patientin Frau A. ist seit ihrer Jugend eine passionierte Sportlerin und betreibt leistungsmäßig verschiedene Sportarten. Fußball trainiert sie 2-mal die Woche und hat am Wochenende Ligaspiele. Seit einigen Wochen trainiert sie mit einem neuen Fußballschuh. Seither beklagt die Patientin zunehmende Schmerzen im distalen Anteil der rechten Achillessehne, die zunehmend in die Wade und in die Ferse ausstrahlen. Zuletzt sei Sport deswegen nicht mehr möglich gewesen. Während ihrer Arbeit und zu Hause könne sie sich am besten in Schuhen mit höherem Absatz bewegen.
Lokal zeigt sich eine kirschgroße, druckdolente Schwellung über der distalen rechten Achillessehne und des umgebenden Peritendineums. Bei Bewegung kommt es zu einem palpablen lokalen „Knirschen“. Die Dorsalflexion im oberen Sprunggelenk ist schmerzhaft.

Diagnose

Bei radiologischem Ausschluss knöcherner Pathologien im Bereich des Kalkaneus besteht die Diagnose einer Achillodynie (Kasten) mit lokaler mechanischer Entzündung mit Weichteilschwellung, Schmerz und functio laesa.
Nach Chinesischer Medizin ergibt sich die Diagnose einer lokalen Qi-Stagnation über dem Nieren- und Blasenmeridian mit einer Blutstase und Ansammlung von Nässe-Hitze.

Therapie und Verlauf

Klassische Therapie: Im akuten Stadium werden in aller Regel Antiphlogistika verordnet und Ruhigstellung durch Gips oder (teil-)immobilisierende Tape-Verfahren (Leukotape®) angestrebt. Zur Schmerzreduktion werden Lokalanästhetika injiziert.
Im chronischen Stadium wird die Sehne durch eine Absatzerhöhung entlastet. Sportliche Betätigung verbietet sich, eine erneute Belastung erfolgt unter allmählicher Steigerung der Trainingsbelastung. Hilfreich können Iontophorese und Salbenverbände sein. Als Ultima Ratio gilt die chirurgische Intervention mit Exzision des peritendinösen Gewebes.
Frau A. wurde angehalten, zunächst auf Sport weiter zu verzichten und erst bei zunehmender Beschwerdefreiheit das Training langsam wieder zu steigern. Eine normale Alltagsbelastung wurde unter Schmerzberücksichtigung empfohlen.
In den ersten beiden Wochen erfolgte die Behandlung 2-mal wöchentlich, dann über 4 Wochen 1-mal wöchentlich. Zunächst wurde die Patientin nach dem Ketten-Schloss-Prinzip akupunktiert, von proximal nach distal mit dem Verlauf des Blasenmeridians und dann von distal nach proximal mit dem Verlauf des Nierenmeridians. Alternierend wurden Akupunkturnadeln bis zum De-Qi und Akupunkturpunktinfiltrationen mit Procain 1 % gesetzt.
Außerdem wurden Gb 34 als Hui-Punkt der Sehnen und Gb 30 als Fernpunkt (Kreuzungspunkt mit dem Blasenmeridian) akupunktiert. Kontralateral wurden als energetischer Ausgleich wenige Akupunkturpunkte auf dem Herz- und Dünndarmmeridian im distalen Unterarm behandelt.
Anschließend wurde das Tape gemäß fixiert. Die Patientin trug das Tape jeweils über 2–5 Tage. Es kam, je nach Tragedauer, teilweise zu nicht juckenden leichten Hautrötungen. Frau A. empfand das Tragen des Tapes als sehr angenehm. Nach Abnehmen des Tapes seien die Beschwerden zunächst etwas schlechter geworden. Das ist typisch, wenn die Stimulation durch das reizauslösende Agens wegfällt.
Insgesamt wurde die Patientin 8-mal akupunktiert, die Beschwerden und der Lokalbefund verbesserten sich zunehmend. Drei Wochen nach der letzten Behandlung stellt sich Frau A. dann beschwerdefrei nochmals vor und wünschte ein Tape als prophylaktische Maßnahme im Hinblick auf ein bevorstehendes Turnierwochenende.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag Fallbericht: Aku-Taping bei Achillodynie

Aus der Zeitschrift für Komplementärmedizin 01/2009

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