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Gesundheitsförderung und Naturheilkunde

Das Präventionsgesetz ist nach langen Anläufen jetzt verabschiedet. Es kennzeichnet eine grundlegende Veränderung der gesellschaftlichen Sichtweisen zu Gesundheit und Krankheit. Die angestrebte Gesundheitsförderung eröffnet der komplementären und naturheilkundlichen Medizin Chancen. Sie ist in salutogenem und ganzheitlich vernetztem Denken wie Handeln geübt und kann wesentliche Beiträge zu einer nachhaltigen Präventionsmedizin leisten. Das festigt und erweitert ihre öffentliche Bedeutung. Entscheidend ist dafür die Bereitschaft zu sozialer Verantwortung.

Freiheit heilt. Soziale Verantwortung macht gesund. Und es rechnet sich! – Plädoyer für eine Komplementärmedizin in sozialer Verantwortung

Der Arzt dient der Gesundheit der Bevölkerung

Berufsordnung und Bundesärzteordnung weisen der ärztlichen Berufstätigkeit eine doppelte Funktion zu: „Der Arzt dient der Gesundheit des einzelnen Menschen und der gesamten Bevölkerung.“ Die Bevölkerungsgesundheit als Auftrag und Leistungsanspruch hat die naturwissenschaftliche Medizin und die ärztliche Selbstverwaltung zu wenig beachtet. Die Defizite der sozialen Verantwortlichkeit der Ärzteschaft werden deutlich, wenn die Krankheiten des sozialen Bindegewebes zunehmen. Ärzte und Medizin können den Diabetes mellitus als soziale Infektionskrankheit verstehen und mit gesundheitsförderlichen Interventionen reagieren. Die Überwindung der Wohlstandskrankheiten benötigt ärztliches Engagement in den Lebenswelten der Menschen: das sind Kindergärten, Schulen, Betriebe, Verwaltungen, Dörfer, Städte, Pflegeheime oder auch sozial benachteiligte Wohngebiete.

Das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsförderung und der Prävention (Präventionsgesetz – PrävG) trat in seinen wesentlichen Teilen am 25.6.2015 in Kraft. Ab dem 1.1.2016 wird es seine Wirkung entfalten und das gesundheitliche Versorgungssystem verändern. Ziel ist, Krankheiten zu vermeiden, bevor sie entstehen und dafür förderliche Verhältnisse durchzusetzen.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe will Prävention und Gesundheitsförderung in der medizinischen Grundversorgung umfassend stärken:

„In einer Gesellschaft des längeren Lebens, die zugleich durch einen Wandel der Lebensstile und der Arbeitswelt gekennzeichnet ist, sind gezielte Gesundheitsförderung und Prävention von entscheidender Bedeutung. Sie tragen dazu bei, dass Krankheiten erst gar nicht entstehen oder der Krankheitsverlauf positiv beeinflusst werden kann, dass Menschen gesund älter werden und die Lebensqualität steigt.“

Der Gesetzgeber erwartet, dass sich Ärzte dabei besonders engagieren und einbringen: „Die Früherkennungsuntersuchungen für Kinder, Jugendliche und Erwachsene werden zu präventionsorientierten Gesundheitsuntersuchungen weiterentwickelt. Künftig soll ein stärkeres Augenmerk auf individuelle Belastungen und Risikofaktoren gelegt werden, die zu einer Krankheit führen können.“

Die Herausforderung für die ärztliche Praxis liegt in der Verknüpfung von individuellen Leiden mit den sozialen Verhältnissen. Das Leben mit seiner kontaktreichen Beziehungslosigkeit geht mit Krankheiten des gesellschaftlichen Bindegewebes einher: Depressionen, Ängste, Burnout-Syndrome, Bluthochdruck, Rückenschmerzen oder chronische Gebrechen als Folge des Lebensstils sind weniger die Folge einer körperlichen Dysfunktion oder individuellen Schwäche als das Ergebnis komplexer sozialer Beziehungsmuster, die nicht mehr glücken. Das heutige Krankheitspanorama zeigt, wie Menschen durch fehlende soziale Geborgenheit, unter Sinnverlust und Beziehungsmangel leiden.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Gesundheitsförderung und Naturheilkunde

Aus der Zeitschrift zkm - Zeitschrift für Komplementärmedizin 1/2016

Dr. Ellis Huber beim 15. Präventionskongress Jetzt informieren zum Vortrag "Soziale Regulationsmedizin"!

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