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Ayurveda: Kurieren und Gesunderhalten mit indischen Rezepten

Ernährung in der Traditionellen Indischen Medizin

Nach den klassischen Schriften des Ayurveda, der Traditionellen Indischen Medizin, basiert Gesundheit auf drei Säulen, die dem Körper zur Erhaltung dienen: Nahrung (aahaara), Schlaf (nidra) und körperliche Liebe (brahmacarya). Interessant ist es, dass die Ernährung hier an erster Stelle steht und die beiden anderen Säulen sogar teilweise unter die erste subsumiert werden. Eine zentrale Weisheit des Ayurveda lautet also: Gesund leben bedeutet gesund essen.

Entsprechend wird im Ayurveda je nach Krankheitsbild und mit Rücksicht auf die individuelle Verträglichkeit normalerweise jedem Patienten eine individuelle Diät vorgeschlagen. Ziel eines individuellen Ernährungsplans ist dabei ein ausgeglichener Stoffwechsel – oder in den Worten der ayurvedischen Lehre: Die Funktionsprinzipien vata, pitta und kapha sollen stabilisiert werden. Dazu werden die Speisen mit bestimmten Gewürzen angereichert.

Was auf den ersten Blick exotisch klingen mag, wird zunehmend durch moderne Forschungsergebnisse untermauert. So zeigen etwa Bartels et al., dass die Einnahme von Ingwer im Vergleich mit Placebo den Schmerz von Arthrose-Patienten signifikant verringern und Bewegungen erleichtern kann. Bei Knie-Arthrose erweist sich zudem die Einnahme von Gelbwurz (Kurkuma) im Vergleich mit konventionellen entzündungshemmenden Arzneimitteln als vielversprechend. Ingwer und Kurkuma sind dabei nur zwei von vielen Gewürzen, die in der ayurvedischen Küche häufig verwendet werden. Ergänzt werden ayurvedische Behandlungskonzepte durch den Einsatz von Heilpflanzen. Auch hier gibt es mittlerweile Studien, die etwa die Wirksamkeit von ashwagandha (Withania somnifera oder auch Winterkirsche) bei Angststörungen nahelegen.

Im Ayurveda haben die Behandlung und die Vermeidung von Krankheit den gleichen Stellenwert. Die Diagnose eines Arztes und die verordnete individuelle Therapie können natürlich nicht ersetzt werden. Aber man kann den Stoffwechsel durch Nahrung ausgleichen. Dazu haben Syal Kumar, Arzt für Traditionelle Indische Medizin, und Sabine Geisler, Ayurveda-Therapeutin, am Institut für Naturheilkunde, Traditionelle Chinesische und Indische Medizin der Kliniken Essen-Mitte, ein Buch geschrieben, aus dem auch das folgende Rezept stammt:

Fisch Kokos Curry
2 TL Zitronensaft
1 TL Gelbwurz
1 EL frische Ingwerwurzel, geschält und sehr fein gehackt
½ TL Salz
300 g Fischfilet
1 EL Öl
½ TL Senfsamen
½ TL Ajwain*
200 ml Kokosmilch
2 Tomaten
1 EL frischer Koriander, gezupft

Das abgespülte und abgetupfte Fischfilet mindestens 10 Minuten in Zitronensaft, Gelbwurz, Ingwer und Salz marinieren. In dem erhitzten Öl Senfsamen rösten, bis sie springen (Deckel!), Ajwain, kleingeschnittene Tomaten und Kokosmilch dazugeben und bei kleiner Hitze 3 Minuten köcheln lassen. Das Fischfilet dazugeben und mit 200 ml Wasser angießen, 2 Minuten in geschlossenem Topf garen. Danach wenden und noch mal 5 Minuten ziehen lassen. Mit frischem Koriander garniert servieren.

*Ajwan, der Königskümmel, schmeckt bitter und scharf und erinnert an Anis und Oregano. In der indischen Küche wird er als Mittel gegen Blähungen eingesetzt.

Quelle: Carstens Stiftung

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