• Schmerzsyndrom

     

Trauma mit Folgen: das komplexe regionale Schmerzsyndrom

In einigen Fällen tritt nach einem Trauma einer Extremität das komplexe regionale Schmerzsyndrom auf – Eine erfolgreiche Therapie motiviert die Patienten zum Selbstmanagement.

Das komplexe regionale Schmerzsyndrom (CRPS) ist eine seltene Schmerzerkrankung einer Extremität. Sie entsteht nach einer Verletzung und ist in ihrer akuten Form durch entzündliche Symptome gekennzeichnet. Die Inzidenz liegt zwischen 5,5 und 26,22 pro 100 000 Fälle im Jahr. Etwa 2 % aller Menschen entwickeln nach einem Trauma ein CRPS. Bei 11 % davon ist eine distale Radiusfraktur die damit häufigste Ursache, bei Nervenläsion in bis zu 5 % der Fälle. Erwachsene Patienten mit komplizierten Frakturen, einer rheumatologischen Vorerkrankung oder starken Akutschmerzen (> 5 auf einer 11-Punkte-NRS) bis zu einer Woche nach dem Trauma haben ein erhöhtes Risiko, ein CRPS zu entwickeln.

Die Prognose ist im Ganzen positiv. 70 % der Betroffenen erfahren in den ersten 12 Monaten eine signifikante Verbesserung des Schmerzes, der entzündlichen Symptome und der Funktion der Extremität. Allerdings sind nur 5 % innerhalb von einem Jahr komplett beschwerdefrei und nur wenige erholen sich vollständig.

Klinische Manifestation

Das Leitsymptom des CRPS ist der posttraumatische Schmerz. Die Patienten beschreiben ihn meistens als dauerhaft mit Intensitätsveränderungen. In der Akutphase wird er oft als tiefer Gewebeschmerz empfunden. Er verstärkt sich bei Bewegung, Temperaturveränderung (Wärme oder Kälte) sowie bei physiologischer oder psychologischer Belastung. Markante Symptome der entzündlichen Reaktion sind Ödem, Überwärmung und Schwitzen der betroffenen Extremität. Sichtbar sind weiterhin trophische Veränderungen der Nägel, Behaarung und Haut (zum Beispiel Geschwüre in chronischen Stadien). Vorwiegend als Akutsymptom zeigt sich eine Hautfarbenveränderung, entweder rötlich oder blau-livide. Passend dazu ist die Hauttemperatur entweder wärmer oder kälter verglichen mit der Gegenseite.

Das Ödem wird von Patienten mit chronischem CRPS stärker empfunden als es objektiv ist. Oft haben sich dann aber eine Allodynie und ein Funktionsverlust der Extremität entwickelt. Ausnahmslos bei allen Patienten liegen Kraftminderung und Minderbewegung vor, was die Entwicklung von Gelenkkontrakturen zur Folge hat. Seltener sind motorische Symptome wie Tremor, Myoklonien oder Dystonien. Trotz Schmerz und Hyperalgesie sind Hypästhesie und Thermhypästhesie nachweisbar, die einem Handschuh- oder Socken-förmigen Muster folgen. Die Patienten empfinden ihre betroffene Extremität nicht mehr als dem eigenen Körper zugehörig.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Trauma mit Folgen: das komplexe regionale Schmerzsyndrom

Aus der Zeitschrift: zkm - Zeitschrift für Komplementärmedizin 02/2019

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