• Magen mit Strick

     

Der emotionsgeplagte Magen

Der Magen zählt zu den empfindlichsten Symptomträgern vegetativer Dysregulation. Denn Nahrungsaufnahme und -verwertung erfordern eine entspannte und parasympathikotone Ausgangslage.

In einer Stresssituation, in der normalerweise Flucht oder Kampf angesagt wäre, laufen sie hingegen nur unvollständig ab: Die Nahrung kann nicht adäquat aufgeschlossen werden und verbleibt mehr oder weniger unverdaut bis angedaut im Magen. Durch dessen stressbedingt eingeschränkte Motilität entwickeln sich Fäulnis und Gärungsgase. Zusammen mit den psychosomatisch bedingten Entzündungen zeigt sich ein eindrucksvolles Symptomensortiment: Beginnend mit flauem Gefühl in der Magengegend können sich Völlegefühl im Oberbauch, Übelkeit, Aufstoßen und Meteorismus einstellen. Auch retrosternale Brennschmerzen, krampfartige Bauchschmerzen, Obstipation und Diarrhö treten auf, eventuell im Wechsel. Der epigastrische Winkel am unteren Ende des Brustbeins ist druckschmerzhaft bei mehr oder weniger stark ausgeprägter Abwehrspannung.

Fehldiagnose Gastritis: Keine Besserung durch PPI

Eine der häufigsten Fehldiagnosen der Inneren Medizin ist die Gastritis. Denn in den meisten Fällen besteht trotz der akuten, schmerzhaften Symptomatik keine pathologische, sondern eine funktionelle Störung. Es handelt sich dann in der Regel um eine Gastropathia nervosa, einen Reizmagen. Viele Patienten suchen in zweiter Instanz die Naturheilpraxis auf, weil sie sich, abgespeist mit einem Protonenpumpenhemmer (PPI), vom Arzt nicht wirklich verstanden fühlen oder trotz regelmäßiger PPIEinnahme keine Besserung erfahren. Findet sich allerdings bei einer Gastroskopie der gefürchtete Erreger Helicobacter pylori in der Magenschleimhaut, scheint der Bösewicht gefunden und alles klar zu sein. Doch verursacht dieser weder immer eine Gastritis, noch ist er für diese immer verantwortlich.

Information
Vegetativum und Magen als Aktionsraum der Somatisierung

Als einer der Ersten prägte Aristoteles den Begriff des Vegetativums. Es stellt die Verbindung zwischen Psyche und Soma her und dient damit als Aktionsraum der Psychosomatik – und ist wichtiges Ausgangsfeld pathologischer Prozesse. Wenn zum Beispiel emotionale Stresssituationen wie ungelöste Konflikte nicht auf der eigentlich dafür zuständigen Ebene, der Psyche, aufgearbeitet werden, kann es zu Verdrängungen ins Unterbewusste und Vegetative kommen. Damit findet eine Übertragung ins Körperliche statt: die Somatisierung.

Je stärker ein Gewebe oder Organ vegetativ innerviert wird, desto eher unterliegt es der Somatisierung. So reagiert auch die Magenschleimhaut deutlich auf psychische Auslöser. Sie setzt im Kampf gegen vermeintlich materielle Noxen chronische Entzündungsprozesse bis hin zu Gewebsuntergang oder -umbau in Gang.

Lebensweise und psychische Belastungen kontra Helicobacter pylori

Das Anfang der 1990er-Jahre entdeckte Bakterium Helicobacter pylori gilt in der Schulmedizin als der Verursacher von Magengeschwüren schlechthin. Eine Antibiotikatherapie scheint somit das Problem aus der Welt zu schaffen. Doch die Erfahrungen der letzten 25 Jahre liefern ein anderes Bild: Die antibiotische Therapie führte nicht nur zu Dysbiosen. Es stellte sich auch heraus, dass viel mehr Helicobacter-pylori-Infektionen als Magengeschwüre auftraten. Zugleich sprach nicht jeder Ulkuspatient auf die Antibiose an. Daher musste nach weiteren Ursachen, insbesondere im Bereich der Lebensweise und Stressregulation, gesucht werden.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Der emotionsgeplagte Magen

Aus der Zeitschrift: Deutsche Heilpraktiker Zeitschrift 08/2017

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