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Ernährungstherapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen

Nach derzeitigem Kenntnisstand haben Ernährungsgewohnheiten keinen signifikanten Einfluss auf die Pathogenese chronisch entzündlicher Darmerkrankungen (CED). Eine längere Stilldauer scheint Säuglinge jedoch vor späterer Erkrankung an CED zu schützen. Liegen im Zuge der Erkrankung Mangelzustände vor, ist eine spezielle Ernährungstherapie indiziert, vorzugsweise enteral – insbesondere bei Kindern.

Ernährung beginnt in der Regel mit der Nahrungsaufnahme über den Mund. Transport der Nahrung, Verdauung und Aufnahme der Nährstoffe finden im Gastrointestinaltrakt statt. Der Magen-Darm-Trakt, zentrales Erfolgsorgan der Ernährung, ist bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED), Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, direkt von entzündlichen Veränderungen betroffen. Die Frage, ob Ernährungsgewohnheiten bei der Genese von CED eine Rolle spielen und in welchem Umfang sie gegebenenfalls Beschwerden und Krankheitsverlauf beeinflussen, ist daher prinzipiell berechtigt. Es ist auch zu erwarten, dass eine entzündlich bedingte, gestörte Resorptionskapazität des Darms und reduzierte Nahrungsaufnahme einen Nährstoffmangel zur Folge haben können. Ernährungsmedizinische Maßnahmen könnten bei CED zum Beispiel auf den Erhalt eines ausreichenden Ernährungszustands und die Besserung von Beschwerden abzielen. Darüber hinaus könnten möglicherweise auch die Krankheitsaktivität und der Krankheitsverlauf Ziele ernährungstherapeutischer Interventionen sein.

Ernährung und Pathogenese von CED

Wie chronisch entzündliche Darmerkrankungen exakt entstehen, ist bis heute nur unvollständig bekannt. Neben zentralen pathogenetischen Faktoren, wie beeinträchtigter Barriereschutzfunktion der Schleimhaut und einer pathologischen Immunreaktion, sind genetische Voraussetzungen und Umwelteinflüsse, speziell bei Morbus Crohn auch Tabakrauchinhalation, als Auslöser von Bedeutung.

Ob und inwieweit das Darmmikrobiom des Menschen einen Einfluss auf die Pathogenese von CED hat, wird derzeit vermehrt wissenschaftlich untersucht.

 

MERKE

Speziell die Ernährung hat einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Zusammensetzung der intestinalen Mikrobiota.

Ältere Studien ließen für die Pathogenese von CED eine Bedeutung des Umfangs der Aufnahme von raffiniertem Zucker, Industriefetten und tierischem Eiweiß sowie auch von vermindertem Verzehr an Ballaststoffen vermuten. Gesicherte Informationen über Ernährungsgewohnheiten, die eine CED auslösen oder gegebenenfalls auch vermeiden helfen könnten, liegen bis heute nicht vor. Eine längere Stilldauer (> 6 Monate) scheint Säuglinge jedoch tatsächlich vor späterer Manifestation einer CED zu schützen.

Mangelernährung und Mikronährstoffmangel

Häufiger werden bei akuten Schüben oder chronisch aktiven Krankheitsverläufen Symptome einer Mangelernährung beobachtet. Bei der Genese einer Malnutrition im Rahmen von CED spielen neben intestinalen Resorptionsstörungen und zu rascher Darmpassage mit Diarrhö auch Faktoren wie Inappetenz, Schmerzen und Übelkeit eine Rolle. Folge ist nicht selten eine reduzierte Nahrungsaufnahme bei gleichzeitig gesteigertem Energiebedarf. Bei Morbus Crohn (20–70 % der Fälle) kann Mangelernährung durchaus als typisches Symptom betrachtet werden, bei Colitis ulcerosa tritt sie weniger häufig auf. Bei M. Crohn erhöht sich das Risiko einer Malnutrition durch ein postoperativ entstandenes Kurzdarmsyndrom gegebenenfalls zusätzlich.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Möglichkeiten der Ernährungstherapie bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen
aus der Zeitschrift e&m - Ernährung und Medizin 03/2020

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