• Ein Fall von Hypersensitivität und kein Fall von Hypersensitivität

     

Ein Fall von Hypersensitivität und kein Fall von Hypersensitivität

Chronische Schmerzerkrankungen werfen in der Praxis oft mehr Fragen auf als Lösungen gefunden werden – Zwei Fälle zeigen, wie unterschiedlich die Krankheitsverläufe und Therapieergebnisse aussehen können.

In diesem Beitrag werden 2 Patienten vorgestellt. Eine Frau im mittleren Alter mit multilokulären Schmerzen, die nahezu therapieresistent erscheinen und ein älterer multimorbider Mann mit Z. n. 5 Rückenoperationen, der unter stärksten Schmerzen litt und mit einfachen Mitteln schmerzfrei geworden ist.

Was unterscheidet diese beiden?

Frau A.Z., 54 Jahre

Diagnosen

Chronische Schmerzstörung mit somatischen und psychischen Faktoren (F45.41).

Somatische Faktoren:

  • Myofasziales Schmerzsyndrom Schultergürtel/Nacken und Beckengürtel/gluteal (M79.19)
  • – bei Fehlhaltung und Fehlbelastung
  • Ansatztendinopathie Tuber ischiadicum bds.
  • Epicondylitis humeri lateralis rechts – bei Überlastung

Psychische und psychosoziale Faktoren:

  • Anpassungsstörung mit depressiver Reaktion (F43.2)
  • Berufliches Durchhalten und Selbstüberfordern

Weitere Diagnosen:

  • Z. n. Ösophagitis
  • Z. n. Hallux-valgus-OP 10/2010
  • Endometriose (aus Vorbefund)

Chronifizierungsgrad II nach Gerbershagen

(Stadium I entspricht einer geringen, III einer ausgeprägten Chronifizierung)

Schmerzempfindungsskala: sensorisch 20 Punkte vs. affektiv 31 Punkte (14–56)

Allgemeine Depressionsskala: 26 Punkte (0–60, kritischer Wert > 23)

Anamnese

Frau A.Z. berichtet bei Erstvorstellung von Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich sowie im Ellenbogengelenk rechts und im Gesäß beidseits. Die Schmerzen im Schulter-Nacken-Bereich bestehen seit 2000. 2007 kam es zu einer deutlichen Schmerzverschlechterung. Frau A.Z. beschreibt die Beschwerden als dumpf-bohrenden Dauerschmerz mit einer Intensität von 4–8/10 (VAS). Gelegentlich kommt es zu einer Ausstrahlung in die linke Hand.

Morgens sind die Schmerzen leichter, gegen Abend nehmen die Beschwerden deutlich zu. Unter anstrengender Belastung (Tragen, Radfahren, Geräteübungen) kommt es zu einer deutlichen Schmerzverstärkung. Ablenkung, leichte Bewegung und Liegen bringen eine Schmerzlinderung. Die Beschwerden im rechten Ellenbogen bestehen seit 2010. Vor allem Drehbewegungen des Unterarms verstärken den Schmerz. Außerdem wird Greifen mit der Hand als schmerzhaft empfunden. Frau A.Z. beschreibt diesen Schmerz ebenfalls als dumpf-bohrend mit einer Intensität von 4–7/10 (VAS).

Es wurde die Diagnose eines Tennisellenbogens gestellt, der operativ versorgt werden soll. Die Schmerzen im Gesäß werden von der Patientin als dumpf-bohrende Dauerschmerzen mit einer Intensität von 5/10 (VAS) beschrieben. Links kommt es zu einer Ausstrahlung in den dorsalen Anteil des Oberschenkels. Die Schmerzen verstärken sich bei Geräteübungen, schnellem Gehen und Sitzen auf harten Unterlagen. Ablenkung und warmes Vollbad schaffen Linderung.

Es bestehen vegetative Begleitsymptome wie schmerzbedingte Ein- und Durchschlafstörungen, Globusgefühl, Magendrücken, Schwellungsgefühl im Bereich der Hände und Füße.

Die bisherige Therapie umfasste u. a. mehrfache Injektionsbehandlungen, physikalisch medizinische Behandlungen sowie zwei Klinikaufenthalte mit Schmerztherapie/Psychosomatik. Es kam jeweils nur zu kurzfristigen Besserungen.

Frau A.Z. erhofft sich von einer Behandlung eine Linderung der Schmerzen sowie eine Steigerung der Lebensqualität.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Ein Fall von Hypersensitivität und kein Fall von Hypersensitivität

Aus der Zeitschrift: zkm - Zeitschrift für Komplementärmedizin 05/2015

 

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