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Histaminintoleranz - aktueller Stand der Technik von Diagnose und Therapie

Histaminintoleranz zeichnet sich durch eine Vielfalt von oft diffusen, schlecht zuzuordnenden Symptomen aus, welche mit der klassischen klinischen Diagnostik nicht erfasst werden können. Die Autoren stellen ein neues, dreistufiges Konzept zur Diagnose und Therapieunterstützung dieses Krankheitsbildes vor. Die Schritte umfassen einen standardisierten Anamnese-Fragebogen, einen klinisch-chemischen Nachweis der Diaminooxidaseaktivität und ein diätetisches Lebensmittel, das die Enzymdefizienz ausgleicht.

In der klinischen Praxis steht der Arzt oft Patienten gegenüber, die über monate- oder jahrelang andauernde chronische Beschwerden wie Kopfschmerzen, Magen-Darm-Probleme, hohen oder niedrigen Blutdruck, Hautausschläge usw. klagen. Die Symptome ähneln einer Allergie, Allergietests sind jedoch negativ. Diese Patienten haben oft jahrelange Odysseen durch Arztpraxen und Spezialkliniken hinter sich. Therapieansätze werden mangels Erfolg oft abgebrochen. Da die Ursache der Symptome unerkannt bleibt, werden die Beschwerden oft als psychisch bedingt eingestuft.

Beim Auftreten von derartigen unklaren allergieähnlichen Symptomen muss der behandelnde Arzt an die Möglichkeit einer Histaminintoleranz (HIT), genauer gesagt an eine biogene Aminintoleranz (BAI) als eine der häufigsten Form der Nahrungsmittelunverträglichkeit denken. Das Krankheitsbild der Histaminintoleranz ist schon seit beinahe 20 Jahren beschrieben und trotz allem besteht noch immer Aufklärungsbedarf in vielen Bereichen.

Histaminintoleranz tritt auf, wenn der Körper mit der Nahrung aufgenommenes Histamin nicht rasch genug im Darm abbauen kann. Für den Abbau von Histamin und anderen biogenen Aminen ist das Enzym Diaminooxidase an der Darmwand verantwortlich. Dabei spielt die absolute Menge von biogenen Aminen nur eine untergeordnete Rolle, entscheidend ist das Verhältnis zwischen verfügbarer Enzymaktivität und der Menge von Aminen.

Die Prävalenz für eine klinisch manifeste Histaminintoleranz liegt bei etwa 1 % der Bevölkerung, allerdings leiden bis zu 20 % der Bevölkerung mehr oder weniger stark unter fallweiser Nahrungsmittelunverträglichkeit, die in den meisten Fällen auch auf eine Histaminintoleranz zurückzuführen ist.

Biochemische Aspekte

Histamin [2-(4-Imidazolyl)-ethylamin] gehört in die Substanzgruppe der biogenen Amine, die ubiquitär in der Natur vorkommen und häufig bei Verderbnis- und Fäulnisprozessen gebildet werden. Insbesondere Histamin ist im menschlichen Organismus von großer Bedeutung und mittlerweile sehr gut untersucht. Die blutdrucksenkende Wirkung von exogenem Histamin wurde erstmals 1910 beschrieben, das Vorkommen in Geweben (Histos) ist seit 1927 dokumentiert. 1932 wurde die Funktion als Mediator allergischer Reaktionen geklärt.

Histamin entsteht aus der Aminosäure Histidin durch oxidative Decarboxylierung durch die L-Histidin-Decarboxylase. Als lebensnotwendiger Botenstoff wird es u.a. in Mastzellen, basophilen Leukozyten und Thrombozyten produziert und gespeichert. Weiter ist Histamin ein essenzieller Neurotransmitter und somit auch im Nervensystem vorhanden. Neuronales Histamin ist für die nun folgenden Ausführungen jedoch nicht relevant. Bei Bedarf oder externen Stimuli wird Histamin vor allem aus den Mastzellen freigesetzt (Degranulation) und löst damit eine Vielzahl von Reaktionen aus, auf die hier nicht näher eingegangen werden soll. Die Degranulation der Mastzellen erfolgt typischerweise IgE-vermittelt, was der allergischen Sofortreaktion vom Typ 1 entspricht. Es kann jedoch durch bestimmte Histaminliberatoren auch zu einer nicht IgE-vermittelten Degranulation mit allergieähnlichen Symptomen kommen. Diese Reaktion wird als Pseudoallergie bezeichnet. Eine Auswahl typischer Histaminliberatoren zeigt.

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Aus der Zeitschrift Erfahrungsheilkunde 2/2008

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