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Hypertonie und Orthomolekularmedizin

Die Hypertonie ist eine komplexe und langfristig nur schwer zu behandelnde Erkrankung mit einem hohen Risiko für Folgeschäden. Man unterscheidet zwischen der primären oder essenziellen Hypertonie und dem sekundären Hypertonus, der z. B. durch Arteriosklerose oder Erkrankungen der Niere ausgelöst werden kann. Der Artikel zeigt neben der Pathogenese der primären Hypertonie, den Risikofaktoren und der pharmakologischen Therapie die präventiven und therapeutischen Möglichkeiten der Orthomolekularmedizin auf.

Mechanismen für die Entstehung der essenziellen Hypertonie

Beginnen wir mit den von der Hochdruckliga aufgeführten „klassischen“ Faktoren, die als Auslöser für die primäre Hypertonie fungieren. Hierzu zählen

  • Genetik und Alter,
  • Nikotinabusus,
  • Alkoholabusus,
  • Übergewicht,
  • Bewegungsmangel,
  • Medikamente (z. B. nicht steroidale Antirheumatika, Nasentropfen, Antibabypille, Appetitzügler),
  • ungesunde Ernährungsweise (mit hohem Anteil an Fleisch und Kochsalz sowie mit wenig Obst und Gemüse).

Einen sehr aktuellen Risikofaktor stellen chronische psychosoziale Stressbelastungen dar, bei denen über eine anhaltende Aktivierung des Sympathikus und Störungen der sog. neuroendokrinen Achse eine Erhöhung des Blutdrucks erfolgen kann.

Die Auflistung zeigt, dass der primäre Hochdruck wohl v. a. eine Folge eines ungünstigen persönlichen Lebensstils ist. 

Die Pathomechanismen bei der Entwicklung des Hypertonus umfassen zunächst eine chronische Überaktivität des Sympathikus gepaart mit einer erhöhten Ausschüttung von Renin und anderen Neurohormonen (z. B. antidiuretisches Hormon, Endothelin, Zytokine, Thromboxan A2/B2) sowie einer Inhibierung von vasoaktiven Substanzen (z. B. Stickstoffmonoxid, Bradykinin, Substanz P, natriuretische Peptide).

Vereinfacht dargestellt führen diese Abläufe zu einem Anstieg der Spiegel von Angiotensin-Converting-Enzym (ACE), Angiotensin I, Angiotensin II und Aldosteron mit erhöhter Natriumeinlagerung und erhöhter Kaliumausscheidung, zu einer Zunahme an Blutvolumen, Herzfrequenz und Herzkontraktiliät sowie zu Stickstoffmonoxidmangel (NO-Mangel), Vasokonstriktion, endothelialer Dysfunktion, Herzhypertrophie und Anstieg des Herzzeitvolumens. Neue Untersuchungen bestätigen zudem den hohen Stellenwert von freien Radikalen und chronischen Entzündungsprozessen bei diesen Vorgängen und insbesondere bei der Entstehung von endothelialer Dysfunktion und relativem Stickstoffmonoxidmangel mit verminderter Vasodilatation. Oxidativer Stress kann nach dem heutigen Wissensstand sowohl eine Hypertonie auslösen als auch als Folge einer Hypertonie auftreten.

 

Nicht medikamentöse Prävention und Therapie

Eine effektive Prävention der essenziellen Hypertonie, aber auch eine signifikante Reduzierung des Risikos für sekundäre Hypertonieformen ist v. a. durch die sich aus den o. g. Risikofaktoren ergebende Optimierung des persönlichen Lebensstils zu erwarten. Es ist nicht sonderlich erstaunlich, dass eine Kombination der Einzelmaßnahmen auch therapeutisch Ergebnisse bringt, die einer „klassischen“ optimierten medikamentösen Hochdrucktherapie mindestens gleichwertig sind.

Einen gewichtigen Anteil am Erfolg der Lebensstilmedizin hat eine frische, regionale, vollwertige und kalorienangepasste Ernährung nach dem Vorbild der sog. traditionellen mediterranen Kost. Sie könnte aus Sicht der Orthomolekularmedizin zunächst eine bei Hypertonikern häufig auffindbare Mikronährstoffunterversorgung verhindern und die Basis für eine auf Dauer ausreichende Zufuhr aller essenziellen Mikronährstoffe liefern, die sowohl für die allgemeine Gesundheit als auch für die Prävention und Therapie von Hypertonie unverzichtbar sind. Außerdem

  • hilft sie bei der Vermeidung oder der Behebung von Übergewicht,
  • verringert Entzündungen und oxidative Belastungen,
  • verbessert die allgemeine Stoffwechselsituation und
  • reduziert eine Volumenzunahme durch Einschränkung der Kochsalzzufuhr bzw. eine Erhöhung des Verhältnisses zwischen Kalium und Natrium.

Klassische medikamentöse Therapie

Die klassische universitäre Therapie der essenziellen Hypertonie nutzt derzeit v. a. Thiaziddiuretika, Beta-Blocker, Kalzium-Antagonisten, ACE-Hemmer und AT2-Antagonisten, Alpha-1-Blocker, zentral wirkende Antisympathikotonika und Aldosteronantagonisten.

Die Wirksamkeit der einzelnen Stoffgruppen wird neben vielen Studien mit einer unterschiedlichen Beeinflussung der o. g. Pathomechanismen begründet. Alle Substanzen haben individuell unterschiedliche Responderraten, kommen − auch abhängig von den Vorlieben des einzelnen Arztes − entweder als Monotherapie oder als Kombination aus mehreren Gruppen zum Einsatz, sind auf lange Sicht häufig nicht erfolgreich und können zudem schwerwiegende Nebenwirkungen produzieren.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Hypertonie und Orthomolekularmedizin

Aus der Zeitschrift Erfahrungsheilkunde 1/2014

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