• Kuhmilchallergie: Fallbeispiel

    Kuhmilchallergie kann durch eine Kreuzreaktion auf Rinderepithelien entstehen

     

Fallbeispiel: Kuhmilchallergie

Fallbeispiel: Kuhmilchallergie durch Kreuzreaktion auf Rinderepithelien (Daniela B., 22 Jahre)

Anamnese

Frau B. kam mit der Diagnose einer birkenpollenassoziierten Nahrungsmittelallergie zur Ernährungstherapie. Sofortsymptome wie OAS und Larynxödem ließen sich überwiegend pollenassoziierten Nahrungsmittelallergenen (u.a. Haselnuss, roher Apfel, rohe Karotte und Sellerie) zuordnen. Unklar war die Ursache für ihre gastrointestinalen Symptome wie Durchfall, Übelkeit und ein Gefühl der "Verschleimung" im Hals. Außerdem berichtete die Patientin von einer Allergie gegen Tierhaare seit frühester Kindheit: So reagiert sie regelmäßig mit einem Asthmaanfall, wenn sie Kontakt mit Bauernhoftieren hat. Milch und Milchprodukte werden nach eigener Meinung gut vertragen.

Diagnostik

  • Hauttestungen:

-Prick-Testung für die Inhalationsallergene: frühblühende Bäume (+++), Gräser (+++), Katze (+++), Rinderepithelien (+++)

-Prick-zu-Prick-Test der Nahrungsmittel: Haselnuss (+++), Karotte (+), Sellerie (+), Kuhmilch roh (0)

-Príck-Testung für Kasein (++)

  • Labor (allergenspezifische IgE-Antikörper) auf Nahrungsmittel: alle negativ (auch Kasein)
  • Nach diagnostischer Eliminationsdiät ohne die in Verdacht stehenden pollenassoziierten Nahrungsmittel symptomfrei mit Ausnahme von Atemnot und Diarrhöe nach dem Verzehr von Käsewürfeln und Quark (laut Ernährungs- und Symptomtagebuch wurden in dieser Woche ansonsten keine Milchprodukte verzehrt). Diese Symptome hatte die Patientin bisher auf diverse Gewürze zurückgeführt.
  • Erweiterung der Eliminationsdiät um eine milchfreie Diät. Danach war die Patientin beschwerdefrei.

Verdachtsdiagnose: Kuhmilchallergie durch Kreuzreaktion auf Rinderepithelien

Therapie/weitere Vorgehensweise:

  • Erweiterung des Speiseplans von Frau B. mit Hilfe eines Kostaufbaus mit wahrscheinlich verträglichen pollenassoziierten Nahrungsmitteln.
  • Empfehlung, die als sicher "symptomauslösend" identifizierten Nahrungsmitteln wie Haselnuss, roher Apfel, Pfirsich und Kirsche sowie rohe Karotte in Zukunft zu meiden.
  • Die therapeutische Diät umfasste vorerst auch eine milch-und selleriefreie Ernährung. Die Patientin wurde ausführlich hinsichtlich der Alternativen und einer ausreichenden Nährstoffversorgung (insbes. mit Kalzium) beraten.
  • Empfehlung einer DBPCFC mit Kuhmilch und Sellerie, um die klinische Relevanz  einer Allergie auf Kuhmilch und Sellerie zu bestätigen.

Quelle: U.Körner, A. Schareina: Nahrugsmittelallergien und -unverträglichkeiten. in Diagnostik, Therapie und Beratung. Stuttgart. Haug Verlag. 2010. S.139

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