• Lasertechnologie zur Diagnostik © PhotoDisc

    Lasertechnologie kann bei der Diagnostik von chronischen, schlecht heilenden Wunden helfen.

     

Lasertechnologie zur Diagnostik

Diese Untersuchung geht unter die Haut

Manchmal täuscht der erste Eindruck – auch bei der Beurteilung des Schweregrades einer Erkrankung. Dies gilt in besonderer Weise für die Behandlung von chronischen, schlecht heilenden Wunden der Haut. Mediziner sprechen bei diesem Krankheitsbild von einem Ulkus, der Volksmund häufig vom „offenen Bein“. An der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) erproben Dermatologen ein mit Laserstrahlen arbeitendes Gerät, das sie selbst mit entwickelt haben. Es soll ihnen objektiver als Erfahrungswerte oder als der bloße Augenschein Hinweise auf die Schwere, die mögliche Ursache und damit auf geeignete Behandlungsmöglichkeiten liefern.

Die Lasertechnologie

 Deren Methodik lässt insbesondere Physiker-Herzen höher schlagen: Sehr vereinfacht ausgedrückt geben zwei Photonen-Laser innerhalb von Sekundenbruchteilen Impulse ab, die gleichzeitig in einer Körperzelle eintreffen. Detektoren registrieren, wie sich die Moleküle in der Zelle verhalten, was Aufschluss über die Stoffwechselaktivitäten in den oberen Hautschichten liefert. Diese Angaben sind genauer, als es jede mikroskopische Aufsicht vermag: Einen Mikrometer beträgt die Auflösung, das ist der tausendste Teil eines Millimeters.

Wie eine optische Biopsie, so Professor Dr. med. Stefan Schneider, sei dieses Verfahren, also wie eine Gewebeprobe, bei der jedoch kein medizintechnisches Instrument in den Körper eindränge, um dort Zellproben zu entnehmen. Professor Schneider ist Leitender Oberarzt der von Professor Dr. med. Sergij Goerdt geleiteten Universitätsklinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie in Mannheim. Als Experte für Wundversorgung deckt er einen wichtigen Schwerpunkt in der Arbeit der Klinik ab.

Nur drei dieser in Mannheim, Münster und Jena weiterentwickelten Geräte gibt es bislang in Deutschland. Je eines in Mannheim und Münster, mit dem sich die Forscher einer gemeinsamen Arbeitsgruppe auf die Untersuchung chronischer Wunden konzentrieren, und ein Gegenstück in Gera, das die Hautärzte dort bei der Untersuchung von akuten, normal verheilenden Wunden einsetzen. Laut Professor Schneider wird es jedochnie ein Routineverfahren in Kliniken und Arztpraxen werden, zu groß seien die Kosten, zu zeitaufwändig und lomplex die Untersuchung.

Aber es sei, so Professor Schneider, ein wichtiger Baustein im Exzellenzzentrum Dermatologie in Mannheim, weil dieses Verfahren durch die objektive Bewertung der Wundheilung dazu beitragen könne, bessere Therapieverfahren zu entwickeln.

Dies ist ein entscheidender Grund für das Wissenschaftsministerium, diese Arbeit für einige Jahre nachhaltig zu unterstützen, leiden doch Schätzungen zufolge in Deutschland rund zwei Millionen Menschen, überwiegend ältere, an einem Ulkus.

Quelle: Universitätsmedizin Mannheim

Newsletter

  • Konzeption

    Kostenlos registrieren!

    Mit dem Newsletter von Haug bleiben Sie auf dem Laufenden und sind stets aktuell informiert!

Fachbücher von Oliver Ploss

Naturheilkunde bei funktionellen Erkrankungen
Oliver PlossNaturheilkunde bei funktionellen Erkrankungen

Von Reizdarm bis Burn-out-Syndrom

EUR [D] 19,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Unser Gewinnspiel Mitmachen und gewinnen!