• Migräne in der Pubertät

     

Migräne in der Pubertät

Keine andere Gesundheitsstörung kommt bei Schülerinnen und Schülern so häufig vor, wie Kopfschmerzen. Migräne ist dabei mit dem höchsten Leidensdruck verbunden. Die differenzialdiagnostische Abklärung muss symptomatische Kopfschmerzen sicher ausschließen. Eine ausführliche Anamnese unter Einschluss psychosozialer Aspekte, eine kinderneurologische Untersuchung, sowie eine ophthalmologische Abklärung stellen die Basis dar. Für die akute Schmerztherapie ist komplementär eine bitemporale Akupunktur an Ex-KH5 einen Versuch wert. Bei fehlendem Ansprechen sowie vier und mehr Attacken pro Monat, einer Migränedauer über zwei Tage und persistierender neurologischer Begleitsymptomatik ist eine Intervalltherapie angezeigt. Hierfür sollten bevorzugt nicht-medikamentöse Verfahren wie Entspannung, Ablenkung, Bewältigungstraining, Biofeedback und triggerarme Ernährung zum Einsatz kommen. (Laser-)Akupunktur ist nachweislich im Rahmen einer kurmäßigen Anwendung mit 4–8 Behandlungen pro Monat wirksam.

Die Prävalenz von Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen hat in den letzten 30 Jahren zugenommen – Für die Therapie eignet sich ein Gesamtkonzept, das verhaltensmedizinische Verfahren mit komplementärmedizinischen Ansätzen verbindet

Kopfschmerzen stellen die häufigste Gesundheitsstörung im Schulalter dar. Während beim Kleinkind Bauchschmerzen die wichtigste Rolle spielen, wirken sich psychosoziale Überlastung und Stress während der Schulzeit auf der Stufe des konkret-logischen Denkens stärker in mentaler Weise aus (Kopf(!)schmerzen). In dieser Entwicklungsphase ist das heranwachsende Schulkind in der Lage, nach äußeren Ursachen und inneren Folgen (einer Krankheit) zu unterscheiden.

Die Adoleszenz umfasst den Zeitraum von der späten Kindheit bis zum vollendeten Erwachsensein. Am Ende der Adoleszenz ist der Mensch körperlich ausgewachsen, und die intellektuelle, emotionale wie soziale Reifung ist weitgehend abgeschlossen. Pubertät bezeichnet den ersten Zeitabschnitt der Adoleszenz vom Beginn des Wachstumsschubs bis zur Geschlechtsreife. Der heute beschleunigten körperlichen und intellektuellen Reifung steht eine eher verzögert verlaufende emotionale Reifung gegenüber. Mädchen mit Migräne haben ihre Menarche bereits mit 11,8 Jahren und damit deutlich früher als ihre Altersgenossinnen ohne Migräne (12,3 Jahre).

So ist die Pubertät eine konfliktgeladene Zeit mit motorischer und innerer Unruhe. Sie ist geprägt durch Gefühle wie innere Unsicherheit und Selbstkritik, die jedoch oft durch aggressives, abwertendes Verhalten nach außen abgewehrt werden. Stimmungen und Verhalten können extrem wechselhaft sein: von betont selbstständig und demonstrativ erwachsen bis kleinkindhaft, hilflos und ängstlich.

Epidemiologie

Die Prävalenz von Kopfschmerzen hat bei Kindern und Jugendlichen während der letzten 30 Jahre zugenommen. Insgesamt steigt die Kopfschmerzinzidenz bei Kindern mit zunehmendem Alter. Die Lebenszeitprävalenz der Migräne nach den Kriterien der IHS liegt bei Kindern bis zum 12. Lebensjahr weltweit bei 3,7–10,6 %, darunter 1,5–2,8 % Migräne mit Aura bei annähernd ausgeglichenem Geschlechterverhältnis. Untersuchungen mit fast 7000 deutschen Schülerinnen und Schülern haben gezeigt, dass ca. 90 % bis zum 12. Lebensjahr Kopfschmerzerfahrungen haben. Dabei handelt es sich in ca. 60 % der Fälle um Kopfschmerzen vom Spannungstyp und in ca. 12 % um Migräne. Geschlechtsunterschiede spielen im Kindes- und Jugendalter bei Kopfschmerzen keine wesentliche Rolle. Die Prävalenz der Migräne steigt mit 4 % bei Kindern auf 11 % bei Jugendlichen. 2,6 % aller Jugendlichen leiden unter reiner episodischer Migräne, 6,9 % unter wahrscheinlicher Migräne und 0,1 % unter chronischer Migräne.

 

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Aus der Zeitschrift für Komplementärmedizin 04/2020

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