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    Orthomolekulare Medizin kann bei Diabetes mellitus vorbeugend und lindernd wirken.

     

Orthomolekulare Medizin bei Diabetes

Welche Rolle spielen Ernährung und Nähstoffe bei Diabetes Typ zwei?

In der orthomolekularen Fachliteratur werden hierzu bewährte Empfehlungen aus der ärztlichen Praxis gegeben.

Orthomolekulare Medizin

Bestimmte Vitamine und Mineralstoffe helfen, die Blutzuckereinstellung (in Grenzen) zu verbessern oder wirken vorbeugend gegen die typischen Schäden des Diabetes (1):

  • Verbesserung der Blutzuckereinstellung: Zink 20-40 mg, Chrom 100-200 µg, Vit- E 400 IE, Magnesium 300-600 mg, Vit. B-Komplex
  • Vorbeugung und Behandlung diabetischer Nervenschädigungen: Vit. B1, B6, B 12, Niacin, Lezithin, Alpha-Liponsäure
  • Vorbeugung diabetischer Netzhautschäden: Zink 10-40 mg, Selen 50 µg, Magnesium 300-600 mg, Vit. A, C, E
  • Diabetische Wundheilungsstörung: Zink 20-40 mg, Vit C. 2 x 500 mg.

Ernährung

Zucker und alle zuckerhaltigen Lebensmittel, Fertiggerichte und Getränke sollten weitestgehend gemieden werden. Ebenso Honig, Ahorn-, Rübensirup, Birnen- oder Apfeldicksaft.

Fruchtzucker und damit hergestellte Nahrungsmittel werden zwar insulinunabhängig verstoffwechselt, stellen jedoch "leere Kalorien" dar (nur Energie, keine Vitamine oder Mineralstoffe) und sollten daher ebenfalls eher gemieden werden. Sog. "Diabetiker-Produkte" wie Diabetiker-Marmelade, -Pralinen, -Schokolade werden heute in der Ernährung des Diabetikers als überflüssig angesehen. Ebenso sollte auf Süßstoff und damit hergestellte Nahrungsmittel verzichtet werden, da sie zwar scheinbar eine Kalorieneinsparung bedeuten, doch die Gesamtkalorienaufnahme scheint bei süßstoffhalter Nahrung sogar erhöht zu sein! Dies ist für den meist übergewichtigen Diabetiker natürlich ungünstig.

Vollwerternährung ist der Schlüssel

Die Nahrung sollte möglichst eine Vollwerternährung darstellen, wobei besonders auf Zuckerfreiheit, Fettarmut und einen hohen Ballaststoff- und Rohkostanteil geachtet werden sollte. Bei Typ-1-Diabetes und beim insulinpflichtigen Typ-2-Diabetiker sollten 3 Haupt- und mehrere Zwischenmahlzeiten eingehalten und die Nahrungsmenge nach Broteinheiten berechnet werden (Schulung durch Diätassistentin oder in einer Diabetes-Klinik undbedingt erforderlich). Beim tablettenpflichtigen Typ-2-Diabetes ist eine Berechnung nach Broteinheiten nicht erforderlich. Bis zur Gewichtsnormalisierung sollte die Nahrung allerdings hypokalorisch sein. Auf Zwischenmahlzeiten kann bei guter Blutzuckereinstellung und Gewichtsnormalisierung verzichtet werden.

Broteinheiten mit Hintergrundwissen

Die herkömmliche Zählung nach Broteinheiten berücksichtigt zwar die Kohlenhydrate, unterscheidet jedoch nicht zwischen einfachen oder komplexen Kohlenhydraten, auch der Ballaststoffgehalt, der die Geschwindigkeit des Blutzuckernastieges nach einer Mahlzeit wesentlich beeinflusst, geht in die Broteinheiten nicht ein. So führt beispielsweise ein Frischkornbrei praktisch zu keinem Blutzuckeranstieg, während derselbe Frischkornbrei nach Kochen des Getreideanteils den Blutzucker signifikant ansteigen lässt. Ein Vollkornbrot hat einen deutlich geringeren Anstieg des Blutzuckers als dieselbe Menge Weißbrot zur Folge.

Weitere Maßnahmen

Heilfasten

Bei übergewichtigen Diabetikern sind sehr gute Erfolge möglich, da bereits geringe Gewichtsabnahmen die Insulinresistenz deutlichn verringern und damit die Blutzuckerinestellung verbessern können. Ein dauerhafter Folg ist jedoch nur dann möglich, wenn die Ernährung anschließend wie oben angegeben geändert wird. Achtung: Diabetes-Tabletten ind Insulin müssen bei Fastenbeginn abgesetzt werden, da sonst eine gefährliche Unterzuckerung droht! Nur durch Diät eingestellte Diabetiker können daher zuhause fasten, medikamentös eingestellte Diabetiker sollten dies in einer Fastenklinik (oder unter Anleitung eines erfahrenen Fastenarztes) tun. Bei Tyo-1-Diabteikern und bei Typ-2-Diabetikern mit absolutem Insulinmangel ist das fasten relativ kontraindiziert (Gefahr des ketoazidtischen Komas!)! Patienten unter Insulintherapie (bei nachgewiesener Erschöpfung der Bauchspeicheldrüse ist eine Basalinsulingabe notwendig) dürfen nur in einer Klinik fasten, die sich mit Fasten und Diabetes sehr gut auskennt. Neben körperlicher Bewegung ist das fasten die schnellste und sicherste Möglichkeit, eine vorhandene Insulinresistenz abzubauen.

Bewegung

Vermehrte Alltagsbewegung (Treppensteigen) und Ausdauersportarten verbrauchen Zucker, helfen beim Abbau des Übergewichtes und wirken des Insulinresistenz entgegen. Kurzfristig kann man damit einer Überzuckerung "weglaufen". Langfristig gibt es neben dem Fasten nichts Besseres, um der Insulinresistent entgegenzuwirken.

Eventuell vorhandenes Übergewicht sollte unbedingt abgebaut werden.

Medikamente, die die Insulinresistenz fördern (Diuretika, Betablocker) sollten möglichst durch stoffwechselneutrale Arzneimittel ersetzt werden.

[...]

Quelle: V. Schmiedel. Diabetes mellitus. E&M - Ernährung und Medizin 2013, 28. S. 78-79

 

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