• Keine Pflanze weit und breit: Hier wird der Patient nervös...

     

Mit Pflanzen gegen Wartezimmerangst

Dass ein Spaziergang im Wald oder das Verweilen auf einer Parkbank entspannend wirken, hat wohl jeder schon einmal erfahren. Eine Erfahrung, die für die meisten Menschen mit Angst, Unsicherheit und Stress verbunden ist, ist der Untersuchungstermin beim Arzt oder im Krankenhaus. Jetzt wurde untersucht, ob es für Patienten einen Unterschied macht, ob ein Wartezimmer mit echten Pflanzen anstelle von Pflanzenfotos oder ganz ohne Pflanzen eingerichtet ist.

457 Patienten (276 weiblich, 181 männlich) zwischen 14 und 88 Jahren wurden auf zwei Wartezimmer einer Radiologiestation verteilt (Durchschnittsalter 53 Jahre). Die beiden Wartezimmer wurden alternierend entweder mit echten Pflanzen oder mit Fotos dieser Pflanzen oder gar nicht dekoriert. Im Zuge des Wartens füllten die Patienten Fragebögen aus, wie sie ihren Aufenthalt im Krankenhaus bewerten würden.

Die Patienten empfanden die geschmückten Räume, unabhängig davon ob es echte Pflanzen oder nur Poster von Pflanzen waren, als attraktiver. Dieses positive Empfinden ging einher mit einem verminderten Grad an Stress. Die Unterschiede waren zwar gering (kleiner als 10%), aber statistisch signifikant. Geschlecht, Alter, Anzahl vorheriger Krankenhausbesuche und Art der Behandlungen unterschieden sich nicht signifikant zwischen den Patientengruppen.

 

Einschätzung
Auch wenn der gefundene Effekt gering ist und es generell zu dem Thema auch kritische Ansichten gibt, ist zumindest das Anbringen von Pflanzenpostern ein geringer Kostenfaktor, der aber eventuell den Aufenthalt für Patienten im Wartezimmer angenehmer macht und somit empfehlenswert erscheint.

Literatur

Beukeboom CJ, Langeveld D, Tanja-Dijkstra K. Stress-reducing effects of real and artificial nature in a hospital waiting room. J Altern Complement Med. 2012 Apr;18(4):329-33.

Bringslimark,T., Hartig,T., Patil,G.G. The psychological benefits of indoor plants: A critical review of the experimental literature. Journal of Environmental Psychology, Volume 29, Issue 4, December 2009, Pages 422–433

Quelle: www.carsten-stiftung.de

Newsletter-Service

  • Jetzt zum Newsletter anmelden und Paper sichern!

    Jetzt kostenlos anmelden

    Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und Sie erhalten als Dankeschön ein Paper zum Download.

Cookie-Einstellungen