• Nervennahrung

     

Prävention und Therapie demenzieller Erkrankungen mit Ernährung?

Je besser der sozioökonomische Status einer Gesellschaft ist, desto höher ist das Risiko, an Alzheimer zu erkranken. Gibt es einen Zusammenhang mit der (westlichen) Ernährungsweise? Und könnte diese daher zur Prävention eingesetzt werden?

Unter neurodegenerativen Erkrankungen versteht man insbesondere alle Formen der Demenz, den Morbus Parkinson, der ja zu in einem hohen Anteil zur Parkinson-Demenz führt, und die Polyneuropathie.

Für die Polyneuropathie sind ätiologisch 2 begünstigende Stoffwechsel- bzw. alimentäre Einflüsse klar gesichert und für den weit überwiegenden Teil aller Erkrankungen verantwortlich: der Diabetes mellitus jeden Typs sowie der Alkoholkonsum. Ausreichende Kontrolle des Kohlenhydratstoffwechsels sowie Aufgabe des Alkoholkonsums können zwar kaum zu einer Besserung des Krankheitsbilds führen, ein Fortschreiten jedoch verhindern.

Protektive Faktoren aus der Ernährung etwa als Sekundärprävention für Diabetiker sind dagegen kaum bekannt. Die früher propagierte Gabe von B-Vitaminen über das für den Gesunden als erforderlich gehaltene Ausmaß hinaus hat sich nicht als wirksam erwiesen und wird heute praktisch nicht mehr durchgeführt. Dagegen ist für die manifeste Erkrankung die Therapie mit α-Liponsäure in der peroralen wie der parenteralen Gabe ebenso üblich wie weiterhin umstritten. Diese ist ein potentes Antioxidans und grundsätzlich ein Naturstoff, der sowohl mit der Nahrung aufgenommen als auch im Körper synthetisiert wird. In den heute üblichen Dosierungen wird er jedoch ausschließlich als Medikament betrachtet und deshalb gesondert abgehandelt. Es erscheint naheliegend, dass metabolische Gegebenheiten für die Begünstigung oder Verhinderung der Entwicklung wie auch die Therapie demenzieller Erkrankungen verantwortlich sein könnten.

Patienten stellen im medizinischen Alltag die Frage nach Empfehlungen für Ernährung und Demenz meist aus 3 Motivationen:

  • Sie sind symptomfrei, befürchten jedoch aufgrund einer genetischen Belastung das spätere Auftreten einer Demenz.
  • Sie spüren Symptome, die sie für eine Frühform einer Demenz (z. B. „mild cognitive impairment“, MCI) halten, und suchen progressionsverlangsamende Therapien.
  • Angehörige, die sie im Haushalt versorgen, leiden an Vorstufen oder dem Vollbild.
Derzeit ist hierzulande selten von möglichen Zusammenhängen zwischen Auftreten und Verlauf demenzieller Erkrankungen und Ernährung die Rede. Die führende S3-Leitlinie „Demenzen“ (2009, Deutsche Gesellschaft für Neurologie u. a.) sowie die Leitlinie „Demenz“ (2008, Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin) wurden ohne Beteiligung von Ernährungswissenschaftlern erstellt und enthalten auch nicht andeutungsweise einen Hinweis darauf, dass begünstigende oder verhindernde Momente in Nahrungsbestandteilen in Prävention und Therapie der Demenz vorstellbar seien. Lediglich für eine aufgrund des Verhaltens des Demenzkranken bzw. mangelnder Pflege eingetretene Kachexie gibt die Leitlinie der deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin übliche Empfehlungen über Sondennahrung an, die jedoch keine Spezifität bezüglich demenzieller Erkrankungen beanspruchen.

 

 World Alzheimer Report

Der regelmäßig erscheinende World Alzheimer Report gibt u. a. die geschätzte Prävalenz für M. Alzheimer in % der Bevölkerung über 60 Jahre in sämtlichen Regionen der Erde an. Danach bestand 2010 zwischen dem südlichen Lateinamerika (8,2 %) und Afrika südwestlich der Sahara (2,0 %) der größte Unterschied der Prävalenzen, um etwa den Faktor 4. Mitteleuropa rangierte mit 5,8 % im oberen Drittel. Für Europa und Nordamerika kommen verschiedene Erhebungen und Metaanalysen zu sehr gut übereinstimmenden Daten für die jeweiligen Verhältnisse, sodass dort Messungen von Inzidenzen bzw. Prävalenzen recht genau zu sein scheinen.

Wenn zwischen verschiedenen Ländern bzw. Regionen große Unterschiede in der Inzidenz und/oder Prävalenz einer Erkrankung gesichert werden können, nimmt die Epidemiologie neben genetischen vor allem Umweltfaktoren wie Ernährung, Genuss- und Umweltgifte usw. als ätiologisch bedeutsam an. Da zudem eine zeitliche Entwicklung der Inzidenzen parallel zur Annäherung an einen westlichen Lebensstil in Ländern mit initial niedrigem sozioökonomischen Status zu beobachten ist, werden Lebensstilfaktoren, insbesondere die Ernährung, als begünstigend vermutet.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Prävention und Therapie demenzieller Erkrankungen mit Ernährung?

Aus der Zeitschrift für Komplementärmedizin 1/2012

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