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    Die Wahrnehmung des Geschmacks ist eng mit dem Riechen verbunden. Verdorbene Lebensmittel werden deshalb von Patienten mit Riechstörungen oft nicht erkannt.

     

Riechstörungen: Der Einfluss auf die Ernährung

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Die Rolle des Riechens beim Essen

Beim Essen und Trinken werden verschiedene Sinnessysteme stimuliert. Das Schmecken im eigentlichen Sinne umfasst lediglich süß, sauer, bitter, salzig und umami. Der im Volksmund als Geschmack bezeichnete Sinneseindruck ensteht hauptäschlich durch das olfaktorische System. Hierfür gelangen die Duftmoleküle beim Essen von der Mundhöhle retronasal zur Riechregion in der Nase. Die Infomrationen zur Textur, Temperatur und Schärfe der Nahrung werden über den Nervus trigeminus vermittelt. Durch Integration aller Sinneskomponenten entsteht im Gehirn der Geschmackseindruck.

 

Ist das Riechvermögen gestört, wird auch die Wahrnehmung von Speisen und Getränken beeinträchtigt. Jeder hat sicherlich schon einmal bemerkt, dass bei einem starken Schnupfen das Essen eher fade schmeckt. Ursache ist die behinderte Nasenatmung, welche den Transport der duftmoleküle zum Riechepithel blockieren. Patienten mit Riechstörung haben durch das eingeschränkte Sinneserleben bei der Ernährung weniger Freude beim Essen, wodurch die Lebensqualität erheblich beeinträchtigt wird. Nicht selten entwickeln sich Essverweigerung oder frustranes Essen. Patienten wird daher empfohlen, sich beim Essen an frühere Geschmackseindrücke zu erinnern, sowie mithilfe von Kochbuch und Waage zu würzen.

 

Verdorbene Lebensmittel werden vom Patienten häufig nicht erkannt, sodass Nahrungsmittel vor dem Verzehr optisch genau kontrolliert werden sollten. Weiterhin wird geraten, beim Kochen in der Nähe zu bleiben, da Brände duch die fehlende Alarmfunktion des olfaktorischen Systems erst spät bemerkt werden.

 

Die Therapie einer Riechstörung ist von der Ursache der Störung abhängig. Für angeborene und altersbedingte Riechstörungen gibt es derzeit keine Therapiemöglichkeiten. Sinunasale Riechstörung werden konservativ mit oralen Glukokortikoiden therapiert. Kortikosteroide führen zu Verminderung der Entzündungsreaktion im Nasen- und Nebenhöhlenbereich, insbesondere zur Rückbildung von Nasenpolypen bei chronischer Sinusitis. Dadurch wird in der Regel auch die Belüftung des olfaktorischen Sinnesepithels verbessert. Bei ausgeprägten Nasenseptumdeviationen und Nasenmuschelhyperplasien können korrigierende Operationen erfolgreich sein. Sollte eine chronische Rhinosinusitis vorliegen und konservative Therapieversuche keine Besserung bringen, kann die endoskopische Operation der Nasennebenhöhlen das Riechvermögen verbessern. Ziel der Operation ist es, die Nasenatmung zu verbessern und damit den Luftstrom zum olfaktorischen Sinnesepithel zu erhöhen sowie die Entzündungen der Nase und Nasennebenhöhlen zu vermindern.

Ausblick

Angesichts der alternden Gesellschaft erscheint es als dringend notwendig,

  • Ursachen für das Nachlassen des Riechvermögens besser zu verstehen und
  • mögliche Therapien im Rahmen von kontrollierten Studien zu untersuchen

 

Quelle: F. Krone, V. Gudziol, T. Hummel: Der Geruchssinn. Funktion, Erfassung, Störungen, Einfluss auf das Essverhalten. E&M 2011; 26: 120-123

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