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Viszerale Osteopathie bei Rückenschmerzen

Wenn der Darm ins Kreuz fährt – Bei Rückenschmerzen lohnt ein Blick auf den Bauch

Eva Sommer (Name geändert), eine 29-jährige Hausfrau, hat seit rund einem Jahr Schmerzen im unteren rechten Rumpfquadranten. An einen konkreten Auslöser kann sie sich nicht erinnern. Die Symptome treten vor allem in endgradiger Extensionsposition der LWS auf, zum Beispiel bei Überkopfarbeiten. Außerdem hat sie einen bewegungsunabhängigen, brennenden Schmerz auf der rechten Oberschenkelaußenseite, der meist in Ruhe auftritt und häufig auch, wenn sie längere Zeit gegangen ist.

In einer erweiterten, komplementären Anamnese erwähnt Frau Sommer, dass sie seit rund 5 Jahren mit Stuhlunregelmäßigkeiten (Wechsel zwischen Obstipation und Durchfällen) und einem schmerzhaften Blähgefühl im Bauch zu kämpfen hat. Sie berichtet zudem von ziehenden Schmerzen im rechten Unterbauch. Ärztlich diagnostiziert wurde ein Reizdarm. Etwa drei- bis viermal pro Jahr bekommt sie eine Blasenentzündung, die oft mit einem Antibiotikum therapiert werden muss. Weiterhin leidet sie unter einer Neurodermitis.

Große Belastung des Dickdarms

Bereits in der Anamnese gibt es Hinweise darauf, dass der Darm von Frau Sommer sehr belastet sein könnte, denn sie hat ein schmerzhaftes Blähgefühl und Stuhlunregelmäßigkeiten. Zudem nimmt sie wegen ihrer rezidivierenden Blasenentzündungen mehrmals im Jahr ein Antibiotikum ein. Viele Antibiotika können auf Dauer die mikrobiologische Darmflora erheblich beeinträchtigen. Das Problem: Der Darm ist das größte Abwehrorgan gegen pathogene Mikroorganismen und toxische Stoffe. Eine hohe Konzentration von lymphatischen Zellen, Lymphfollikeln und der Darmflora sind vor allem im letzten Teil des Dünndarmes (Ileum) und im ersten Teil des Dickdarms (Zäkum) angesiedelt. Somit reagieren diese Anteile auf Antibiotika besonders empfindlich. Aus komplementärmedizinischer Sicht gibt es außerdem Hinweise, dass eine Darmfunktionsstörung auch zu einer Neurodermitis beitragen kann.

Der letzte Teil des Dünndarms (Ileum) und der erste Teil des Dickdarms (Zäkum) reagieren auf Antibiotika besonders empfindlich.

Bei der körperlichen Untersuchung zeigt Frau Sommer im Stand eine Hyperlordose in der LWS. Eine passive endgradige Extension löst ihre typischen Schmerzen aus, ebenso wie die Kombination aus Rotation und Lateralflexion nach rechts. Die segmentale Untersuchung der LWS und des thorakolumbalen Übergangs zeigt eine Hypermobilität im Segment L 4–L 5 bei einer rechtsseitigen Hypomobilität in den Segmenten Th 10–L 2. Bei der Palpation findet der Therapeut dort einen Hypertonus des M. erector spinae sowie einen erhöhten Haut- und Bindegewebstonus. Beim Muskellängentest ist der rechte M. iliopsoas im Vergleich mit der linken Seite hyperton und deutlich verkürzt. Als Nächstes führt der Therapeut eine Bereichslokalisation in der symptomprovozierenden Position im Stand durch.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Viszerale Osteopathie bei Rückenschmerzen

Aus der Zeitschrift: zkm - Zeitschrift für Komplementärmedizin 06/2018

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