• Sonnenhormon Vitamin D

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Zur Bedeutung des Sonnenhormons Vitamin D in der Onkologie − ein Update

Die neue, erweiterte Bedeutung des Sonnenhormons ergibt sich daraus, dass diese Substanz nicht mehr als Vitamin, sondern als Vorstufe eines Steroidhormons oder sogar als eigenständiges Steroidhormon angesehen wird. Es wird im Körper in Kooperation von Leber und Haut unter dem Einfluss von Sonnenlicht (UVB-Anteil) aus Cholesterol synthetisiert. Daher resultiert auch die ergänzende Bezeichnung „Sonnenhormon“. Die Haut wird damit zu einer Drüse, einem endokrinen Organ wie die Schilddrüse oder die Keimdrüsen. Ferner ist der Wirkungsbereich nicht auf den Knochenstoffwechsel limitiert. Nahezu alle Körperzellen verfügen über Rezeptoren für Vitamin D. Hier wird es für die Regulation zahlreicher intrazellulärer Prozesse, unter anderem für die Steuerung von mehr als 2000 Genen benötigt. Das sind rund 10 % des menschlichen Genoms.

Leider steht diesem neu erkannten ubiquitären Einsatz im menschlichen Körper die ebenfalls neue Tatsache gegenüber, dass nicht nur die Säuglinge und alte Menschen, sondern nahezu die gesamte Bevölkerung von einem Mangel an Vitamin D betroffen ist. Diese zunächst unglaubwürdig klingende Feststellung wird nicht nur durch eigene, sondern auch durch zahlreiche internationale Studien gestützt, wobei selbst sonnenverwöhnte Länder wie die Türkei, Indien oder Australien keine Ausnahme machen. Der Grund für den Vitamin-D-Mangel ist nicht mehr (vorwiegend) der Breitengrad mit einer im Winter tief stehenden Sonne, deren UVB-Strahlung keine Kraft mehr für die Vitamin-D-Synthese in unserer Haut hat, sondern unser Lebensstil: wir halten uns überwiegend in Räumen und Fahrzeugen auf, tragen verhüllende Kleidung und decken die noch herausschauenden Hautpartien mit Sonnenschutzmitteln ab. Da hat die Sonne keine Chance mehr, eine ausreichende Vitamin-D-Produktion zu bewirken.

Durch das Zusammentreffen von einem breiten Aufgabenkatalog in unserem Körper und einer ausgedehnter Mangelsituation in der Bevölkerung ist Vitamin D an der Entstehung/Vermeidung nahezu aller chronischen Erkrankungen und damit auch am Krebsgeschehen im Körper beteiligt.

Liste der mit Vitamin D assoziierten Eigenschaften (Auszug):

  • senkt den Blutdruck
  • fördert das angeborene und erworbene Immunsystem
  • produziert körpereigene Antibiotika (AMP)
  • schützt die Nervenzellen (z. B. vor MS)
  • fördert eine Schwangerschaft und schützt ihren Verlauf
  • verbessert die Überlebensrate von KHK-Patienten
  • reduziert das Risiko für Diabetes Typ I und Typ II
  • schützt vor peripherer arterieller Verschlusserkrankung
  • kräftigt die Muskulatur und verzögert die Pflegebedürftigkeit im Alter

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Aus der Deutschen Zeitschrift für Onkologie 3/2014

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