Nervenheilkunde

Aktuelle Ausgabe

In dieser Ausgabe:

Mentale versus körperliche Stärke

Wie bei anderen sozialen Lebewesen gibt es auch beim Menschen offizielle und inoffizielle soziale Hierarchien, die das Leben in Gruppen einfacher machen: Nicht jeder weiß gleich viel und kann gleich viel. Daher ist es auch zuweilen gut, wenn nicht alle genau gleich viel zu sagen haben. Es gibt zwar demokratische Abstimmungsprozesse durchaus auch im Tierreich1, meistens wird jedoch ihr Verhalten durch soziale Hierarchien bestimmt. Wenn man nicht jedes Mal neu klären muss, wer das Sagen hat, laufe...

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Medikamentöse Therapie von epileptischen Anfällen und Epilepsien

Fast jede aktive Epilepsie bedarf einer medikamentösen Therapie durch Antianfallsmedikamente (Antiiktalia). Ziel ist die Anfallsfreiheit des Patienten bei gleichzeitig guter Tolerabilität. Zur Dauertherapie fokaler Epilepsien steht eine Reihe von Antianfallsmedikamenten zur Verfügung, bei generalisierten Epilepsien ist die Auswahl kleiner. Die Wahl des Antianfallsmedikamentes sollte neben dem Epilepsiesyndrom an den individuellen Wünschen und der Lebenssituation des Patienten, seinen Komorbiditä...

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Genetische Ursachen von Epilepsien

Die Erkenntnisse über genetische Ursachen von Epilepsien haben in den vergangenen Jahren rasant zugenommen. Neben epileptischen Enzephalopathien stehen mittlerweile die genetischen generalisierten sowie die nicht läsionellen fokalen Epilepsien stärker im Fokus. An die genetische Ursache angepasste Behandlungswege im Sinne der ‚Precision Medicine‘ eröffnen zunehmend individualisierte Therapieoptionen. Die Pharmakogenetik könnte zudem die Vorhersage von Therapieansprechen bzw. Nebenwirkungen unter...

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Verhaltensdispositionen I: Die biologische Perspektive

Im psychiatrischen Diskurs ist ständig von Verhaltensdispositionen die Rede – allerdings ohne, dass die erkenntnistheoretischen Eigentümlichkeiten dieses „Dispositionalismus“ reflektiert werden. Wir verstehen generische psychologische Eigenschaften wie Temperament, Persönlichkeit, Appetenzen, Fähigkeiten, Reaktionsweisen oder Neigungen als Verhaltensdispositionen. Damit sind Verhaltensbereitschaften gemeint, die sich unter bestimmten Bedingungen auf eine typische, wiedererkennbare Weise manifest...

Verhaltensdispositionen sind hypothetische Größen, die sich nicht direkt beobachten lassen. Sie lassen sich nicht anhand des Verhaltens „von außen“ beobachten, weil das Verhalten nur Merkmale der Manifestation, nicht aber Merkmale der Disposition selber aufweist. Und sie lassen sich nicht ohne Weiteres „von innen“ anhand der Aktivität physiologischer Prozesse beobachten, weil die Aktualisierung ihrer kausalen Rolle von den Umständen abhängt. Daraus folgt, dass Dispositionszuschreibungen im besonderen Maße theorie- bzw. interpretationsabhängig erfolgen.

Der hypothetische Charakter der Verhaltensdispositionen offenbart ein Dilemma: Einerseits sind Verhaltensdispositionen unumgänglich. Wir nutzen nun einmal Dispositionshypothesen, um Verhalten als Handeln zu verstehen und zu analysieren. Andererseits sind Dispositionshypothesen „zu billig“ zu haben: Die Art, wie wir Verhaltensdispositionen individuieren, lädt zu Willkür und Beliebigkeit ein. Dies liegt nicht zuletzt an der Tendenz, die Manifestationen einer (mutmaßlichen) Disposition als Beleg für die Erfüllung der kausalen Rolle der Disposition zu nehmen – wie es Molières Doktor vorgeführt hat.

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DOI: 10.1055/s-009-45310

Nervenheilkunde

Ausgabe 12 · Dezember 2019

Zu diesem Heft

879
Lerche, Holger; Wolking, Stefan : Nervenheilkunde

Editorial

Schwerpunkt

887
Kay, Lara; Bauer, Sebastian; Rosenow, Felix; Strzelczyk, Adam; Zöllner, Johann Philipp : Medikamentöse Therapie von epileptischen Anfällen und Epilepsien
902
Wolking, Stefan; Lerche, Holger : Genetische Ursachen von Epilepsien
911
Marquetand, Justus; Bender, Benjamin; Focke, Niels K : Bildgebung bei Epilepsie
929
Niehusmann, Pitt; Becker, Albert J. : Schläfenlappenepilepsie
936
Nass, Robert Daniel; Surges, Rainer : Plötzlicher, unerwarteter Tod bei Epilepsie

Übersichtsartikel

Geist & Gehirn

Gesellschaftsnachrichten

962
Ruscheweyh, Ruth; Straube, Andreas : Kopfschmerz News der DMKG

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