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Per „Augenscan“ neurodegenerative Prozesse diagnostizieren?

Künftig neurodegenerative Erkrankungen wie den Alzheimer quasi durch einen einfachen „Augenscan“ diagnostizieren zu können, hoffen Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien (Leibniz-IPHT) in Jena, die am neuen Forschungsprojekt MOON beteiligt sind.

Ziel des Projektes ist die Entwicklung optischer Technologien, mit deren Hilfe sich die mit neurodegenerativen Erkrankungen assoziierten strukturellen und molekularen Gewebeveränderungen auf der Netzhaut diagnostizieren lassen. Das MOON-Projekt (multimodale optische Diagnostik für altersbedingte Erkrankungen des Auges und des Zentralnervensystems) wendet dabei erstmals eine Kombination aus mehreren optischen Diagnosetechniken an, um zum Beispiel eine Makuladegeneration, aber auch eine Alzheimersche Krankheit besser erfassen zu können.

„Wir wollen die markierungsfreie, molekular empfindliche Raman-Spektroskopie zur Detektion von krankheitsspezifischen Biomarkern mit der Optischen Kohärenztomografie (OCT) kombinieren, welche in kurzer Zeit hochaufgelöste Bilder aus allen Schichten der Netzhaut liefert,“ erläutert Prof. Jürgen Popp, Leibniz-Direktor des IPHT, den geplanten Multikontrastansatz. „Auf diese Weise lassen sich umfassende Daten über die Struktur der Netzhaut und Informationen über ihre molekulare Zusammensetzung erhalten, was einen entscheidenden Vorteil gegenüber bisherigen Methoden darstellt“, so Popp. Das Projekt soll zu Fortschritten bei der Diagnostik führen: „Je früher wir neurodegenerative Erkrankungen erkennen, desto besser sind die Behandlungschancen für den Patienten,“ ergänzte Professor Dr. Rainer Leitgeb, von der Medizinischen Universität Wien (MUW) als Koordinator des Projekts.

Um die neu entwickelten Diagnoseverfahren in eine marktfähige Anwendung zu bringen, arbeiten im MOON-Projekt das Leibniz-IPHT, die MUW und die Niederländische Organisation für Angewandte Naturwissenschaftliche Forschung (TNO) eng mit den Unternehmen Carl Zeiss AG, Innolume GmbH und Horiba Jobin Yvon S.A.S. zusammen. Das Verbundprojekt MOON ist eine Initiative der Photonics Public-Private-Partnership (Öffentlich-Private-Partnerschaft) und wird für vier Jahre mit rund 3,7 Millionen Euro von der Europäischen Union im Rahmen des Horizon-2020-Programms gefördert. Weiterführende Informationen gibt es unter www.photonics21.org

Quelle: Pressemitteilung des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien e. V.

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