• Botulinumtoxin bei Kopfschmerzen

    Neue klinische Daten zeigen, dass Botulinumtoxin nicht nur bei muskulärer Überaktivität eingesetzt werden kann sondern auch antinozizeptive Effekte besitzt.

     

Botulinumtoxin bei Kopfschmerzen

Justinus Kerner diskutierte schon Anfang des 19ten Jahrhunderts den möglichen Einsatz von Botulinumtoxin bei Erkrankungen mit muskulärer Überaktivität. Botulinumtoxin ist ein Neurotoxin, das von dem Gram-positiven anaerobem Bakterium Clostridium bototulinum produziert wird. Dabei werden 7 unterschiedliche Toxine neben der Reduktion der Ausschüttung von Acetylcholin an der motorischen Endplatte auch möglicherweise andere Transmitter wie z. B. Substanz P, CGRP und Glutamat beeinflusst werden. Der antinozizeptive Effekt von Botulinumtoxin wie bei einzelnen Kopfschmerzerkrankungen zu beobachten ist bisher nur wenig verstanden. Es ist davon auszugehen, dass es sich hierbei um einen multifaktoriellen Effekt handelt, der Muskelfasern, autonome Fasern und Schmerzfasern mit einbezieht. Dabei wurde vermutet, dass Botulinumtoxin sowohl die periphere Sensitivierung als die zentrale Verarbeitung von Schmerzen beeinflussen könnte.

 

Da sich die zurzeit auf dem Markt befindlichen Botulinumtoxin A-Präparationen in ihrer biologischen Wirksamkeit bezogen auf ihr Molekulargewicht unterscheiden, werden sie jetzt mit unterschiedlichen Namen belegt (bisher für die Indikation Kopfschmerz wurden nur Onabotulinumtoxin A (Botox ® ) und Abobotulinumtoxin A (Dysport ® )untersucht).

D. Holle et al.

 

Aus der Zeitschrift Aktuelle Neurologie 2012; 39: 546–552

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