• Neurodegenerative Erkrankungen

    Bei der Alzheimer-Diagnostik kommen zunehmend neue Biomarker zum Einsatz.

     

Demenz – Fortschritte bei der Früherkennung

Bei den dementiellen Erkrankungen richtet sich der Fokus der Forschung mehr und mehr auf die Früherkennung. Fortschritte gibt es vor allem bei der Alzheimer-Diagnostik, bei der zunehmend neue Biomarker zum Einsatz kommen.

Derzeit leiden laut WHO weltweit mehr als 35 Millionen Menschen an einer dementiellen Erkrankung und bis zum Jahr 2030 ist von einer Verdreifachung dieser Zahl auszugehen. Mit einem Anteil von 60 bis 80 Prozent ist die Alzheimer-Erkrankung die häufigste Demenzform: Weltweit wird alle sieben Sekunden ein neuer Fall registriert und jährlich steigt die Zahl der Betroffenen um rund 4,6 Millionen - so die beim europäischen Neurologenkongress in Istanbul genannten Zahlen.

Besonderes Augenmerk richtet sich bei den Demenzerkrankungen auf Fortschritte bei der Früherkennung. Ziel dabei ist es, die sich entwickelnde Demenz bereits im Stadium der milden kognitiven Störung (Mild Cognitive Impairment, MCI) zu fassen. Dass dies nicht unrealistisch ist, dokumentiert eine Studie des European Alzheimer’s Disease Consortium (EADC). In der Untersuchung wurde mittels einer Kombination von Biomarkern, die Amyloid-Ablagerungen anzeigen, und solchen, die auf neuronale Schädigungen hinweisen, eine überzeugende Signatur für die Alzheimer-Krankheit gefunden, berichtete Martina Bocchetta von der Universität Brescia/Italien. Der Studie zufolge ist die Darstellung einer Atrophie des Medialen Temporallappens (visually rated MTA) in der Bildgebung mit 75 Prozent der am häufigsten verwendete Biomarker, gefolgt von der Messung von Tau-Proteinen und Beta-Amyloid in der Rückenmarksflüssigkeit (CSF Marker) mit 25 Prozent.

Neben diesen Biomarkern könnten künftig zirkulierende microRNAs (miRNA) bei der Alzheimer-Diagnostik an Bedeutung gewinnen, erläuterte Dr. Daniela Galimberti aus Mailand. „Unsere Ergebnisse deuten auf einen möglichen Einsatz zirkulierender miRNAs gemeinsam mit anderen Markern als nicht-invasive, verhältnismäßig kostengünstige Biomarker für die Alzheimer-Diagnose hin“, meinte die Wissenschaftlerin. Sie präsentierte beim Kongress Untersuchungen, in denen eine spezifische PCR-Sequenz mit 84 miRNAs für ein Screening des miRNA-Serumspiegels bei Alzheimer-Patienten sowie Kontrollpersonen eingesetzt wurde. Bei Alzheimer-Patienten zeigten sich dabei signifikant niedrigere Werte bei verschiedenen RNAs, darunter miR-125b, miR-223, miR-23a oder miR-26b.

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