• Dopamin

    Das Ergebnis der ANOVA zeigt eine Interaktion zwischen VALENZ und DOPAMIN.

     

Der Einfluss von Dopamin auf neuronale Aktivitätsmuster während emotionaler Reizverarbeitung im Nucleus subthalamicus bei Parkinsonpatienten

Morbus Parkinson (MP) ist eine neuropsychiatrische Erkrankung, die durch motorische Symptome wie Tremor, Rigor und Bradykinese aber auch durch nicht-motorische kognitive und affektive Störungen gekennzeichnet ist. Dem Auftreten von motorischen und nicht-motorischen Symptomen liegt eine Degenera­tion dopaminerger Neurone zu Grunde. Die neurodegenerativen Veränderungen zeigen sich am deutlichsten in der Sub­stania nigra pars compacta (SNc) und führen zu einem Verlust dopaminerger nigrostriataler Projektionen, wodurch es letztendlich zu motorischen Defiziten kommt. Aber auch weitere dopaminerge Projektionen, wie z. B. der mesokortikolimbische Trakt, der von der Area tegmentalis ventralis (VTA) ausgeht und das ventrale Striatum und den präfrontalen Kortex innerviert, sind im Verlauf maßgeblich von der Degeneration betroffen. Die Degeneration zuletzt genannter Bahnen ist wahrscheinlich für das Auftreten von affektiven Störungen bei MP mit verantwortlich. Die Dosis-Wirkungs-Beziehung bei der Dopaminersatztherapie (DET) gleicht einer U-Kurve, wobei sich der optimale Bereich zur Behandlung motorischer und affektiver Symptome deutlich unterscheiden kann. Hierdurch kann es z. B. trotz guter motorischer Symp­tomkontrolle zu einer Über- oder Unterstimulation der limbischen Bahnen kommen, was sich klinisch in gehobener Stimmung oder Apathie widerspiegeln kann.

Die neuronalen Mechanismen dieser Verhaltensänderungen können bei MP-Pa­tienten erforscht werden, die sich einer tiefen Hirnstimulation (THS) unterziehen. Bei diesen Patienten kann in einem kurzen postoperativen Intervall die neuronale Aktivität direkt über die zur THS implantierten Elektroden aus den Basalganglien (BG) abgeleitet werden. Auf diese Weise konnten in den letzten 10 Jahren neue Einblicke in die neuronalen Grundlagen der dopaminabhängigen motorischen Symptome gewonnen werden. Hier spielen vor allem pathologisch synchrone Oszillationen im Beta­Frequenzband (13–30 Hz) in Kortex-Basalganglien-Schleifen eine Rolle. Die Verbesserung motorischer Symptome durch eine THS im Nucleus subthalamicus (STN) oder durch eine DET spiegelt sich in einer Reduktion dieser pathologisch erhöhten Beta-Synchronizität wider. Im Gegensatz dazu ist über die neuronalen Grundlagen von den klinisch ebenso bedeutsamen dopamin-sensitiven affektiven Fluktuationen weitaus weniger bekannt. In vorausgehenden Studien konnten wir Alpha-Oszillationen als neuronales Korrelat emotionaler Verarbeitung im STN bei MP identifizieren. Das Ausmaß der Modulation im Alpha-Band korrelierte hier zum einen mit der emotionalen Bewertung der dargebotenen Stimuli und wurde zum anderen von der Ausprägung depressiver Symptome beeinflusst. Diese Studien wurden bei Pa­tienten nach Einnahme von L-Dopa durchgeführt, um einen möglichst physiologischen Zustand zu imitieren. Das Ziel der vorliegenden Arbeit war, den ­Einfluss von Dopamin auf neuronale Korrelate emotionaler Verarbeitung bei MP zu untersuchen.

 

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Aus der Zeitschrift Klinische Neurophysiologie 1/15

 

 

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