• Diagnose des Karpaltunnelsyndroms – Schritt für Schritt

     

Diagnose des Karpaltunnelsyndroms – Schritt für Schritt

Das Karpaltunnelsyndrom (KTS) ist mit 3 – 4 Neuerkrankungen pro 1000 Personen und Jahr das häufigste Engpasssyndrom eines peripheren Nervs. Frauen im Klimakterium sind am häufigsten betroffen. Mechanische Belastung des Handgelenks ist ein häufiger Auslöser. Das KTS tritt ferner gehäuft u. a. in der Schwangerschaft, bei Dialysepatienten und nach Handgelenkstraumen auf.

 

Der Engpass im anatomisch vorgegebenen Karpaltunnel ist die Folge einer Kombination von degenerativen Veränderungen der Sehnen/Knochen und Schwellungen.

Die berichteten Beschwerden sind typischerweise kribbelnde bis brennende Missempfindungen im Versorgungsgebiet des N. medianus, oft nachts verstärkt und verbunden mit Armschmerzen (Brachialgia nocturna). Die Verteilung der Dysästhesie ist variabel, betrifft am häufigsten den Ringfinger. Anhaltende Taubheit sowie Paresen und Atrophie des M. abductor pollicis brevis sind Symptome nach langem Bestehen. Spontane Rückbildungen nach einer Schwangerschaft oder durch Entlastung von schwererer Handarbeit kommen vor.

 

Klinische Untersuchung

Schritt 1

Die Untersuchung beginnt mit der Inspektion und der Prüfung der passiven Beweglichkeit von Hand- und Fingergelenken.

Die Sensibilitätsstörungen betreffen bei ca. 40% der Betroffenen die volaren Fingerkuppen. Es gibt eine große Variabilität des betroffenen Gebiets innerhalb des Versorgungsgebiets des N. medianus ([Abb. 1 a]). Durch Beklopfen des Nervs am volaren Handgelenk kann ein kribblig-brennendes Gefühl im Versorgungsgebiet ausgelöst werden. Dieses Hofmann-Tinel-Zeichen ist wenig sensitiv, aber recht spezifisch für eine Läsion des Nervs.

Die Dysästhesien können mit dem Phalen-Test provoziert werden ([Abb. 1 b, c]). Die Handhaltung wird bis zum sicheren Auslösen der Sensibilitätsstörung bzw. bis zu 2 Minuten gehalten.

Die Handkraft wird geprüft. Zur Prüfung der Kraft des M. abductor pollicis brevis wird der Daumen senkrecht zur Handfläche gegen einen Finger des Untersuchers abduziert ([Abb. 1 d]). Gleichzeitig kann beurteilt werden, ob eine Atrophie vorliegt. Die Kraftprüfung wird immer im Seitenvergleich ausgeführt.

 

Zu den Abbildungen und dem ausführlichen Artikel: Diagnose des Karpaltunnelsyndroms – Schritt für Schritt

 

Aus der Zeitschrift Neurologie up2date

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