• Tremor

     

Diagnostik und Therapie von Tremorsyndromen

Tremor ist die häufigste Bewegungsstörung und kann isoliert, im Rahmen von neurologischen Erkrankungen sowie im Rahmen von Erkrankungen anderer Fachgebiete oder auch als Folge von Medikamenten auftreten. Die Vielfalt der klinischen Präsentation, der Ätiologie und der Therapie macht die kontinuierliche Weiterentwicklung der klinischen diagnostischen und therapeutischen Konzepte notwendig. Dieser Beitrag stellt den aktuellen Stand der praxisbezogenen Kenntnisse und Empfehlungen vor.

 

DEFINITION

Tremor

Ein Tremor ist definiert als eine rhythmische, unwillkürliche und ziellose oszillatorische Bewegung einer Körperregion.

Für die Diagnose eines Tremors sind die ausführliche Anamnese und die klinische allgemeine und neurologische Untersuchung unerlässlich. In vielen Fällen sind apparative Diagnostikmethoden hilfreich.

Anamnese

Anamnestisch sind zu erfragen:

  • der Zeitpunkt und die Konstanz des Auftretens,
  • eventuelle Umgebungsfaktoren oder vorausgegangene Ereignisse,
  • die Entwicklung über die Zeit,
  • die Modulation unter verschiedenen Bedingungen, in spezifischen Situationen,
  • der zeitliche Zusammenhang mit der Einnahme von Medikamenten sowie
  • die Ausprägung der Beeinträchtigung im Alltag.

Ebenso wichtig sind die Frage nach anderen neurologischen und nicht-neurologischen Symptomen und Erkrankungen sowie die Medikamenten- und Drogenanamnese und die Familienanamnese.

Klinische Untersuchung

Primär muss geprüft werden, ob es sich tatsächlich klinisch um einen Tremor handelt. Dafür wird beobachtet, ob das Symptom im Sinne der Definition eine unwillkürliche, rhythmische, oszillatorische Bewegung des betroffenen Körperteils darstellt. Mittels visueller Inspektion können die Lokalisation inkl. Symmetrie, die Synchronizität, die Amplitude und in den meisten Fällen die Frequenz beurteilt werden. Der Tremor kann einen oder mehrere Körperteile betreffen, und er kann je nach Amplitude feinschlägig oder grobschlägig sein. Abhängig von der Frequenz der Auslenkung kann der Tremor niederfrequent (< 4 Hz), mittelfrequent (4–7 Hz) oder hochfrequent (> 7 Hz) sein.

Diese Charakterisierung kann Hinweise auf die Klassifikation des Tremors liefern, ist aber limitiert, da große Überlappungen z. B. des Frequenzintervalls über die Tremorarten bestehen.

 

TIPP

Hilfreich in der Beurteilung der Frequenz und Amplitude ist das Zeichnen der Archimedes-Spirale durch den Patienten.

Die Aktivierungsbedingung ist einer der wichtigsten Aspekte des Tremors. Inspiziert wird der Tremor in Ruhe (z. B. die Hände auf dem Schoß hängend, der Kopf abgelegt in Rückenlage) sowie unter speziellen Bewegungen (z. B. beim Vorhalten der Hände, bei ziellosen bzw. gezielten Bewegungen und spezifischen Aufgaben). Es wird zwischen Ruhetremor und Aktionstremor unterschieden. Beim Ruhetremor sind die entsprechenden Muskelgruppen nicht aktiviert. Der Aktionstremor kommt bei willkürlicher Bewegung eines Körperteils zustande. Der Aktionstremor wird in Haltetremor (beim Halten einer Position), isometrischen Tremor (bei einer willkürlichen Muskelkontraktion) und kinetischen Tremor (bei Bewegung der Körperregion) unterteilt [2]. Der kinetische Tremor kann weiter in einfach-kinetischen Tremor (bei willkürlicher zielloser Bewegung), Intentionstremor (beim Versuch, ein Ziel anzusteuern) und aufgabenspezifischen Tremor (beim Durchführen einer spezifischen Tätigkeit) klassifiziert werden.

 

ÜBERSICHT

Tremorunterteilung nach Aktivierungsbedingungen

  • Ruhetremor
  • Aktionstremor
  • Haltetremor (posturaler Tremor)
  • isometrischer Tremor
  • kinetischer Tremor
  • einfach-kinetischer Tremor
  • Intentionstremor
  • aufgabenspezifischer Tremor

 

Lesen Sie den vollständigen Beitrag hier: Diagnostik und Therapie von Tremorsyndromen

Aus der Zeitschrift: Neurologie up2date 01/2020

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