• Schmerzsyndrom

     

Diagnostik und Therapie des komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS)

Als posttraumatisch auftretende Erkrankung ist die Unfallchirurgie häufig das erste Glied in der Versorgungskette, die zumindest den Verdacht auf ein CRPS äußern muss. Die pathophysiologischen Vorgänge jedoch umfassen peripher-entzündliche und zentral-neuroplastische Mechanismen und verlangen dem Behandler somit grundlegendes schmerzphysiologisch-neurologisches Wissen ab. Aus diesem Grund ist das CRPS eine interdisziplinär anzugehende Erkrankung.

Durch zahlreiche wissenschaftliche Arbeiten der vergangenen 20 Jahre fand ein Paradigmenwechsel im Bereich Diagnostik und Therapie statt. Während über Jahrzehnte die Rolle des Sympathikus aufgrund der vermeintlichen sympathikusinduzierten sichtbaren Symptome in der Pathophysiologie und Therapie ganz im Vordergrund stand, konnte in den letzten Jahrzehnten belegt werden, dass eine überschießende Entzündungsreaktion in der Akutphase des CRPS zentral ist. Hierdurch hat sich vor allem die therapeutische Herangehensweise in dieser Krankheitsphase grundlegend geändert.

Des Weiteren wurde das Krankheitsbild „CRPS“ unter der Ärzteschaft deutlich bekannter. Diese Aufmerksamkeit kommt den Patienten zugute, da nun rechtzeitig richtige Therapieentscheidungen vor allem in den Anfangsstadien des CRPS getroffen werden. Die Heterogenität der Symptomatik vor allem im Verlauf erschwert jedoch weiterhin die Diagnostik. Sollte es zu komplizierten chronischen Verläufen kommen, hat das nach wie vor oft weitreichende Folgen für die Patienten mit chronischem Schmerz, Funktionsverlust und oft massiver Veränderung des sozialen Gefüges.

Das CRPS hatte seit seiner Erstbeschreibung 1864 durch Silas Weir Mitchell verschiedene Bezeichnungen. Kausalgie, Morbus Sudeck, Algodystrophie und sympathische Reflexdystrophie sind Namen für eine Erkrankung, die heute als „komplex-regionales Schmerzsyndrom“ (CRPS) zusammengefasst werden. Diese rein deskriptive Nomenklatur wird international seit 1995 verwendet, da die Pathophysiologie prädiktierende Bezeichnungen (wie „sympathische“ Reflexdystrophie) bei der Begriffsbestimmung vermieden werden sollten.

Nachdem die International Association for the Study of Pain (IASP) zunächst sehr sensitive, aber wenig spezifische Diagnosekriterien publizierte, gelten inzwischen die auch von der IASP offiziell anerkannten Budapest-Kriterien (s. [Infobox]). Unterschieden wird bisher zwischen CRPS Typ I (ohne Nervenläsion) und CRPS Typ II (mit Nervenläsion). Die frühere „Kausalgie“ entspricht dem CRPS Typ II, die frühere „sympathische Reflexdystrophie“ oder der „Morbus Sudeck“ dem CRPS Typ I. Des Weiteren sollte zwischen einem primär warmen oder kalten CRPS-Subtyp unterschieden werden, da diese Unterschiede in der Klinik wahrscheinlich auch Unterschiede in der Pathophysiologie widerspiegeln.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Diagnostik und Therapie des komplexen regionalen Schmerzsyndroms (CRPS)

Aus der Zeitschrift: Neurologie up2date 03/2019

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