• Doppler-Duplex-Sonografie der hirnversorgenden Gefäße – Fallstricke

     

Doppler-Duplex-Sonografie der hirnversorgenden Gefäße – Fallstricke

Dieser CME-Fortbildungsartikel soll einen strukturierten Untersuchungsgang der Doppler- und Duplexsonografie der hirnversorgenden Gefäße vermitteln und dabei auf besondere Schwierigkeiten/Fallstricke hinweisen. Im Einzelnen werden Kriterien zur Stenosegraduierung, häufig auftretende Fehlermöglichkeiten sowie anatomische und methodische Besonderheiten dargestellt.

Methoden

Die Doppler- und Duplexsonografie sind 2 Methoden, die zur Untersuchung der extra- sowie intrakraniellen Gefäßabschnitte verwendet werden und sich je nach Indikation und zu untersuchendem Gefäßabschnitt ergänzen. Aufgrund der technischen Weiterentwicklung und Kostenreduktion der Geräte hat der Einsatz der Duplexsonografie rasch zugenommen. Die Methode der Duplexsonografie hat zudem bildgebende und untersuchungstechnische Vorteile, sodass sie in der klinischen Routine vornehmlich zum Einsatz kommt. So ist z. B. mittels der alleinigen Doppler-Sonografie keine Bestimmung des Gefäßdurchmessers, gelegentlich keine exakte anatomische Zuordnung und methodenbedingt keine Winkelkorrektur der Flussgeschwindigkeiten möglich. Somit können bei der Messung Fehler auftreten. Dennoch bietet auch die Doppler-Sonografie einige indikationsspezifische Vorteile und Besonderheiten, sodass sie auch zu Ausbildungszwecken vorgehalten werden sollte.

Die Wahl des Schallkopfes

Die extrakranielle Untersuchung erfolgt mit einem Linear-array-Schallkopf (5–10 MHz, Darstellungstiefe ca. 4 cm, Fokusbereich 2–2,5 cm), der eine gute Darstellung der Gefäße über eine Länge von 3–4 cm Bildbreite erlaubt. Die transkranielle und transnuchale Untersuchung erfolgt mittels eines Phased-Array-Schallkopfes (bis 2,5 MHz, Darstellungstiefe transkraniell: 15 cm, Fokus ca. 6 cm, Darstellungstiefe transnuchal: 12 cm, Fokus ca. 6 cm). Die niedrigere Frequenz erlaubt eine höhere Eindringtiefe. Eine möglichst geringe Sonden-Auflagefläche hilft bei der guten Ausnutzung des häufig kleinen transtemporalen Schallfensters. Ein Nachteil ist die geringe Auflösung aufgrund der geringen Schallwandler-Fläche.

Bewertungskriterien und Dokumentation

Um eine eindeutige nationale und internationale Vergleichbarkeit des Stenosegrades zu gewährleisten, erfolgt die Graduierung von Gefäßstenosen der A. carotis interna einheitlich anhand der NASCET-Kriterien. Zur Qualitätssicherung muss der Befund anhand der Bild- und Kurvendokumentation nachvollziehbar sein. Im Falle eines Normalbefundes reicht eine sog. „Basis-Dokumentation“ aus. Bei pathologischen Veränderungen erfolgt eine entsprechend dem Befund ausführlichere Dokumentation, welche die Pathologie nachvollziehbar abbildet. Bei der Doppler-Sonografie ist die Angabe des Frequenz-Zeit-Spektrums unter Angabe der maximalen systolischen und enddiastolischen Maximalfrequenz, sowie des Mean-Wertes sinnvoll. In der Schnitt-Bild-Sonografie ist die Abbildung von anatomischen Leitstrukturen und deren Beschriftung obligat. In der farbkodierten Duplexsonografie sollte das Gefäß mittels Farbkodierung und anatomischer Leitstruktur dargestellt werden. Das Dopplerspektrum ist mit dem Wert der angewandten Winkelkorrektur anzuzeigen. Hilfestellung für eine suffiziente Dokumentation bieten die DEGUM (Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin; www.degum.de) und die DGKN (Deutsche Gesellschaft für Klinische Neurologie; www.dgkn.de), die Mindestanforderungen an Qualität und Dokumentation von Ultraschalluntersuchungen angeben. Für eine ausführliche Beschreibung/Erlernung der technischen Grundvoraussetzungen, Erhebung normaler und pathologischer Befunde verweisen wir auf einschlägige Sekundärliteratur.

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Aus der Zeitschrift: Klinische Neurophysiologie 02/2018

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