• Durch Parasiten verursachte Gehirnerkrankungen

    Infektionen können hämatogen oder per continuitatem auf das Nervensystem übergreifen und zu Entzündungen führen.

     

Durch Parasiten verursachte Gehirnerkrankungen: Toxoplasmose

Toxoplasma gondii ist ein intrazellulärer Parasit. Die Infektion kann kongenital oder in jedem Lebensalter durch den Genuss von infiziertem Fleisch oder über die Fäzes von Haustieren wie Katzen erfolgen.

Die kongenitale Toxoplasmose führt zu einer granulomatösen Meningoenzephalitis.

Die nach der Geburt erworbene Toxoplasmose verläuft meist asymptomatisch oder als mononukleoseähnliche Erkrankung mit Lymphadenopathie, Fieber, Exanthem, Myalgien und Hepatosplenomegalie.

Selten kommt es zu einer Meningoenzephalitis mit bis zu 500 lymphozytären Zellen /µl im Liquor. Der Nachweis erfolgt serologisch. Bei Patienten unter Immunsuppressiva oder mit AIDS besteht ein hohes Risiko für schwere Toxoplasmeninfektionen, entweder durch Neuinfektion oder Reaktivierung latenter Keime.

Klinisch kommt es zu einer diffusen Meningoenzephalitis oder zu solitären oder multiplen intrazerebralen Massenläsionen. Allmählich zunehmende Kopfschmerzen, Lethargie, epileptische Anfälle und fokale neurologische Ausfälle charakterisieren das neurologische Erscheinungsbild.

CT und MRT zeigen einzelne oder mehrere Läsionen mit ringförmiger Kontrastmittelaufnahme, die später verkalken können. Die Diagnose erfolgt serologisch und durch den Nachweis von Toxoplasmen im befallenen Gewebe oder Liquor.

Therapie: Therapeutika erster Wahl sind Pyrimethamin kombiniert mit Sulfadiazin oder Clindamycin unter Zugabe von Leucovorin. Immunkompromittierte Patienten sollten prophylaktisch mit Trimethoprim-Sulfamethoxazol behandelt werden.

Alle Inhalte stammen aus dem Buch "Neurologie"

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