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EEG-Anfallsmuster und Anfallssemiologie

Durch die digitale Technik hat sich das EEG-Video-Monitoring wesentlich verbessert und damit unser Wissen um die Assoziation typischer Anfallssemiologie mit typischen EEG-Anfallsmuster deutlich erweitert. Dies kommt einerseits der Differenzialdiagnose epileptischer Anfälle zu Gute und hat andererseits die Möglichkeiten der epilepsiechirurgischen Behandlung entscheidend verbessert.

Die simultane Aufzeichnung epileptischer Anfälle mittels digitalem EEG und Video (EEG-Video-Monitoring) hat unser Wissen über epileptische Anfälle und Epilepsien erheblich erweitert. Vorher war die Elektroenzephalografie (EEG) auf interiktale Veränderungen ausgerichtet, die im Anfallsintervall typische Befunde erbrachte. Anfälle wurden nur ausnahmsweise und zufällig aufgezeichnet. Die EEG-Video-Monitoring Befunde halfen bei der Differenzialdiagnose epileptischer Anfälle und ihrer Syndromzuordnung. Die simultane Aufzeichnung epileptischer Anfälle mit EEG und Video hat die differenzialdiagnostische Abgrenzung insbesondere zu den häufigen Synkopen und dissoziativen Anfällen und die Möglichkeiten der chirurgischen Behandlung der Epilepsien deutlich verbessert. Während früher im Wesentlichen Schläfenlappenresektionen durchgeführt wurden hat man zunehmend extratemporale Epilepsiesyndrome zu identifizieren gelernt und durch Operationen behandelt. Die Verbesserung der bildgebenden Methoden wie Magnet-Resonanz-Tomografie (MRT) und nuklearmedizinische Verfahren hat hierzu ebenfalls wesentlich beigetragen.

Der diagnostische Nutzen des EEG wird höher, wenn das EEG unabhängig vom klinischen Anfall klassifiziert wird. Dadurch wird ein systematisches Vorgehen zur Bestimmung der epileptogenen Zone möglich. Die durch die Anfallssemiologie und das EEG gewonnenen syndromorientierten bzw. lokalisatorischen Informationen müssen voneinander unabhängig bewertet werden, sonst sind sie z.B. für die epilepsiechirurgische Planung nicht verwertbar.

Im Folgenden werden die typischen EEG-Anfallsmuster bei den häufigsten Anfallsformen besprochen. Auf die speziellen EEG-Muster im Status epilepticus wird in dieser Übersicht nicht eingegangen.

EEG-Anfallsmuster und Anfallssemiologie

EEG-Video-Monitoring

Die Aufzeichnung von epileptischen Anfällen mit EEG-Anfallsmuster und typischen Verhaltensänderungen im Video beweist eine Epilepsie. Sie bietet zudem diagnostische Informationen zur Bestimmung des Epilepsie-Syndroms. Simultane Anfallsaufzeichnungen mittels EEG und Video dienen 2 Zielen:


• der differenzialdiagnostischen Unterscheidung epileptischer Syndrome und ihrer Abgrenzung zu nicht-epileptischen Syndromen, wie Synkopen, paroxysmalen Bewegungsstörungen und dissoziativen Anfällen


• der Frage, ob eine epilepsiechirurgische Behandlung bei Patienten mit pharmakoresistenten Epilepsien in Frage kommt


Während des EEG-Video-Monitorings muss eine Überwachung der Patienten gewährleistet sein.

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: EEG-Anfallsmuster und Anfallssemiologie

Aus der Zeitschrift: Klinische Neurophysiologie 01/2018

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