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Elektroenzephalografische Befunde bei unterschiedlichen Formen des Status epilepticus

Während der Status generalisierter tonisch-klonischer Anfälle (SGTKA) und die Epilepsia partialis continua (EPC) eindeutig klinisch diagnostiziert werden können, erfordert die Diagnose anderer Status Typen grundsätzlich eine Elektroenzephalografie (EEG).

Zur elektroenzephalografischen Diagnose eines Nonkonvulsiven Status epilepticus (NKSE) wurden auf einer Consensus-Konferenz in Oxford 2005 6 Kriterien formuliert. Das sechste hier formulierte Kriterium zeigt, dass in letzter Konsequenz auch beim NKSE die klinische Einschätzung für die Diagnose entscheidend ist. Zur näheren Spezifizierung Periodischer epileptiformer Entladungen nach akuten Hirnschädigungen wurde in der Folge empfohlen, Frequenz und Propagation der Muster in die Beurteilung mit einzubeziehen. Dabei wurde für die elektroenzephalografische Diagnose eines NKSE eine Mindestfrequenz der Periodischen Muster von 1 Hz gefordert. Zusätzlich sollte entweder eine Propagation in Bezug auf Feld und Frequenz oder fokale motorische Entäußerungen oder eine Frequenz über 2,5 Hz vorliegen, um die Diagnose eines NKSE zu sichern. Es wurde jedoch auch hier die zusätzliche Möglichkeit gelassen, auch bei Nichtvorliegen dieser Kriterien anhand der Besserung von Klinik und EEG nach Antiepileptikatherapie einen NKSE zu diagnostizieren. Zuletzt wurde der Versuch unternommen, im Rahmen einer umfassenden Übersichtsarbeit spezifische EEG-Muster für einzelne Subtypen des NKSE nach der Klassifikation von Shorvon herauszuarbeiten. Die dabei gefundenen EEG-Muster sind für die Status-Typen, die auch in unserem Kollektiv vorkommen, in dargestellt. Die folgende Studie soll anhand einer retrospektiven Analyse prüfen, ob die unterschiedlichen Subtypen des SE tatsächlich mit unterschiedlichen EEG-Mustern einhergehen und darüber hinaus, ob bestimmten EEG-Mustern eine besondere prognostische Bedeutung zukommt. 

EEG-Kriterien eines Nonkonvulsiven Status epilepticus (NKSE) nach der Oxford Consensus-Konferenz.

  1. Häufige oder kontinuierliche fokale elektroencephalografische Anfälle mit iktalen Mustern, die zu- und abnehmen in Bezug auf Amplitude, Frequenz, und/oder räumliche Verteilung.
  2. Häufige oder kontinuierliche generalisierte Spike-Wave-Entladungen bei Patienten ohne Anamnese einer vorbestehenden epileptischen Enzephalopathie oder eines anderen Epilepsiesyndroms.
  3. Häufige oder kontinuierliche generalisierte Spike-Wave-Entladungen, die eindeutig in Bezug auf Intensität und Frequenz (normalerweise schneller) von einem Vor-EEG bei Patienten mit einer vorbestehenden epileptischen Enzephalopathie oder einem anderen Epilepsiesyndrom abweichen.
  4. Periodische lateralisierte epileptiforme Entladungen (PLEDs) oder Bilaterale periodische epileptiforme Entladungen (BIPLEDs), die bei Patienten im Koma in der Folge eines Status generalisierter tonisch-klonischer Anfälle (=subtle status epilepticus) auftreten.
  5. Nicht einfach zu interpretierende EEG-Muster: Häufige oder kontinuierliche EEG-Auffälligkeiten (Spikes, Sharp-waves, rhythmische Delta-Aktivität, PLEDs, BIPLEDs, Generalisierte epileptiforme Entladungen (GPEDs), Triphasische Wellen) bei Patienten, deren EEG zuvor keine ähnlichen Auffälligkeiten zeigte nach einem akuten Hirnschaden (hypoxischer Hirnschaden, Meningitis/Enzephalitis, Trauma)
  6. Häufige oder kontinuierliche generalisierte EEG-Auffälligkeiten bei Patienten mit epileptischen Enzephalopathien, bei denen ähnliche interiktale Muster bekannt sind, deren klinische Symptome jedoch das Vorliegen eines NKSE nahelegen.


Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Elektroenzephalografische Befunde bei unterschiedlichen Formen des Status epilepticus – Assoziation mit einzelnen Syndromen und prognostische Bedeutung

Aus der Zeitschrift Klinische Neurophysiologie 3/2015

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Zeitschrift für Funktionsdiagnostik des Nervensystems

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