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Evozierte Potenziale

Evozierte Potenziale (EP; akustisch AEP, somatosensorisch SEP, visuell VEP) und die magnetisch evozierten motorischen Potenziale (MEP) liefern präzise Messungen der Leitungszeit in der stimulierten Leitungsbahn. Die Indikation zur Untersuchung der Funktionen zentraler Leitungsbahnen und peripherer Nerven ist der Nachweis oder Ausschluss einer verminderten Leitgeschwindigkeit. Der diagnostische Wert der EP liegt im Beleg für einen demyelinisierenden Typ einer Läsion bzw. Funktionsstörung. Die Indikationen für die Untersuchungen mit evozierten Potenzialen werden ohne Anspruch auf Vollständigkeit zusammengefasst. Die große Bedeutung der EP in der Diagnose und Prognose der Multiplen Sklerose wird begründet.

Evozierte Potenziale (EP) sind elektrische Signale, die im peripheren und zentralen Nervensystem zeitgebunden auf einen peripher applizierten artifiziellen sensorischen Reiz entstehen. Mit dem Mitteln multipler Zeitabschnitte nach dem Reiz werden zeitlich zufallsverteilte Signale, das Rauschen, minimiert und die EP extrahiert. Die Neurophysiologie und Physik der Entstehung ist gut bekannt. EPs liefern präzise Messungen der Leitungszeit im untersuchten System. Die Amplitude evozierter Potenziale sind ein grobes und wenig verlässiges Maß für die Anzahl elektrisch aktiver Nervenfasern.

Die magnetisch evozierten motorischen Potenziale (MEP) sind Summenaktionspotenziale skelettaler Muskeln, ausgelöst durch einzelne Entladungen eines Kondensators über eine Magnetspule. Die Neurophysiologie der Entstehung der Impulsleitung in der Pyramidenbahn ist gut bekannt. Die MEP liefern präzise Messungen der Leitungszeit in der zerebralen und spinalen motorischen Bahn und den peripheren Nerven. Die Amplitude der Muskelaktionspotenziale gibt keine zuverlässige Information über den Funktionszustand des motorischen Systems.

Der Artikel will die Indikationen der Untersuchung mit evozierten Potenzialen ohne Anspruch auf Vollständigkeit zusammenfassen. Der Einsatz der EP und MEP hat sich seit ihrer Einführung in die klinische Diagnostik deutlich verändert. Mit kritischer Betrachtung des diagnostischen Werts und der Zuverlässigkeit von Befunden, haben Indikationen an Bedeutung verloren, andere sind im diagnostischen Vorgehen etabliert.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Evozierte Potenziale

Aus der Zeitschrift: Klinische Neurophysiologie 03/2019

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