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Fördert oder hemmt Stress die Alterung?

Ob eine hohe Stressbelastung den Menschen schneller altern lässt oder im Gegenteil Alterungsprozessen entgegenwirkt, will das Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund (IfADo) in der Vital-Studie untersuchen. Teilnehmer werden noch gesucht.

Mit zunehmendem Alter lässt nicht nur die körperliche, sondern auch die kognitive Leistungsfähigkeit in aller Regel nach, doch reagieren die Menschen individuell sehr unterschiedlich: Während der eine mit 70 Jahren bereits stark vergesslich ist, sitzt der andere im gleichen Alter noch im Aufsichtsrat eines Unternehmens. Was die Ursachen der Unterschiede sind und inwieweit der Lebensstil und insbesondere die Stressbelastung eine Rolle spielt, soll nun in der „Dortmunder Vital-Studie“ untersucht werden. Langfristig versprechen sich die Forscher Antworten auf die Frage, wie Lebensstil, Stress, Stoffwechsel, Immunsystem und geistige Leistungsfähigkeit über die Lebensspanne hinweg zusammenwirken.

Im Fokus stehen zum Beispiel Fragen, ob Menschen, die positiv mit Druck umgehen können, möglicherweise ein stärkeres Immunsystem haben und/oder ob Menschen, die eine abwechslungsreiche Arbeit haben, seltener an Altersdemenz erkranken. Eruiert werden soll ferner, wie sich das zunehmende Alter auf Gehirnfunktionen sowie Immun- und Stoffwechselprozesse auswirkt. Die Studienteilnehmer sollen dabei aus verschiedenen Altersgruppen kommen und unterschiedlichen Aktivitäten nachgehen. So wollen die Wissenschaftler die Auswirkungen potenzieller Einflussfaktoren möglichst gering halten.

In der Studie werden Fragebögen zu den Themen Stress und Lebensstil eingesetzt, diverse psychologische Tests zum Gedächtnis und zur Aufmerksamkeit durchgeführt, das Seh- und Hörvermögen erfasst sowie Blut-, Urin- und Haarproben gesammelt. Darüber hinaus werden Körpermaße genommen und es wird ein Sportcheck am Fahrradergometer mit EKG-Kontrolle durchgeführt. Aus diesen Daten wird ein umfassendes körperliches und mentales Profil erstellt.
Nachuntersuchungen sollen alle 5 Jahre erfolgen. Alle Daten werden ausschließlich für wissenschaftliche Zwecke erhoben und anonymisiert ausgewertet.

Eingeschlossen werden sollen mehr als 500 Teilnehmer zwischen 20 und 70 Jahren, schwerpunktmäßig vor allem berufstätige Personen zwischen 30 und 50 Jahren. Wichtig sind zudem gute Deutschkenntnisse und ein guter Gesundheitszustand. Die Tests werden zirka neun Stunden, aufgeteilt auf zwei Tage in Anspruch nehmen. Dafür erhalten alle Teilnehmenden 100 Euro für den ersten und 60 Euro für den zweiten Termin als Aufwandsentschädigung. Interessenten können sich via E-Mail melden unter www.ifado.de/vital-studie/anmeldung.

Quelle: Informationsdienst Wissenschaft - idw - Pressemitteilung Leibniz-Institut für Arbeitsforschung an der TU Dortmund, Verena Kemmler, 1.9.2016

 

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