• Alzheimer © freshidea – fotolia.com

     

Förderung der Alzheimer-Frühdiagnose

Fortschritte bei der Behandlung der Alzheimer Demenz versprechen sich die Forscher von einer frühen Diagnosestellung und Therapie. Die Alzheimer Forschung Initiative e.V fördert daher aktuell drei Projekte, die darauf abzielen, neue Verfahren zur frühen Alzheimerdiagnose zu etablieren.

Eine frühzeitige Behandlung der Alzheimer Demenz kann dazu beitragen, Lebensqualität zu erhalten und gibt den Betroffenen bessere Chancen, wichtige Angelegenheiten zu regeln und für die Zukunft vorzusorgen. Bislang ist eine Frühdiagnose mit den derzeit verfügbaren diagnostischen Verfahren aber aufwändig und führt nicht immer zu einem eindeutigen Ergebnis. Daher werden nunmehr drei Projekte gefördert, die die frühe Diagnosestellung erleichtern sollen:

  • An der Entwicklung von Algorithmen zur Bestimmung von Risikopersonen arbeitet Professor Dr. Michael Ewers vom Klinikum der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Denn einzelne Testergebnisse zum Beispiel von Bildgebungsverfahren sowie neuropsychologischen oder genetischen Untersuchungen ergeben erst in der Zusammenschau ein krankheitsspezifisches Muster. Ewers möchte ein vollautomatisiertes computergestütztes Verfahren entwickeln, um ein Risikoprofil der Alzheimer-Krankheit unter Verwendung möglichst weniger, aber aussagekräftiger Tests zu erstellen. Das Projekt soll Ärzten ermöglichen, das Risiko der Alzheimer-Krankheit bei älteren Personen zu erkennen, um so Risikopatienten möglichst frühzeitig identifizieren zu können. Weitere Informationen zu diesem Projekt gibt es hier.

  • Die MRT-Bildgebung zur Frühdiagnose zu nutzen, ist Ziel der Forschungsaktivitäten von Professor Dr. Klaus Scheffler vom Max Planck Institut für biologische Kybernetik in Tübingen und Professor Dr. Andrew Webb vom Leiden University Medical Center /Niederlande. Bisher konnte mit dem MRT hauptsächlich der Gewebeschwund des Gehirns als Nachweis für die bereits fortgeschrittene Alzheimer-Krankheit diagnostiziert werden. Scheffler und Webb möchten mit ultrahohen Magnetfeldstärken (9.4 Tesla) ermöglichen, auch feinste Veränderungen, wie die Alzheimer typischen Amyloid-Plaques, schnell und zuverlässig zur Früherkennung zu nutzen. Weitere Informationen zu diesem Projekt finden Sie hier.

  • Biomarker für Bluttests aufspüren will Professor Dr. Andreas Keller von der Universität des Saarlandes. Bisher hat Keller zwölf Biomarker-Kandidaten im Blut von Alzheimer-Patienten aus den USA ins Visier genommen. Mit Hilfe dieses Biomarker-Musters konnte er bei einer kleinen Patientengruppe mittels Blutprobe erfolgreich die Alzheimer-Krankheit nachweisen. In einer ersten Studie hat Keller diese Marker zudem an einer deutschen Patientengruppe bestätigt. Jetzt will er den nächsten Schritt gehen und die Biomarker in einer größeren Kohorte und näher am klinischen Einsatz testen. Blutproben von mindestens 500 Testpersonen aus drei Kliniken sollen untersucht werden. Sollten diese und weitere Tests positiv verlaufen, könnte die Methode in der Praxis Anwendung finden. Weitere Informationen zu diesem Projekt gibt es hier.

Thieme Newsletter

  • Jetzt zum Newsletter anmelden und Paper sichern!

    Jetzt kostenlos anmelden

    Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und Sie erhalten als Dankeschön ein Paper zum Download.

Call to Action Icon
Fortschritte der Neurologie • Psychiatrie

Buchtipps