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    Bietet eine sehr frühzeitige Kombinationstherapie Vorteile für den Patienten?

     

Frühe Kombinationstherapie senkt Schlaganfallrisiko

In den ersten Tagen nach einer transienten ischämischen Attacke (TIA) oder einem kleineren Schlaganfall liegt das Risiko bei bis zu 20%, einen zweiten größeren Schlaganfall zu erleiden. Bisherige Studien zeigen keinen Vorteil für eine Kombinationstherapie aus ASS und Clopidogrel, allerdings wurde darin auch oft erst spät eine Therapie eingeleitet. Wang et al. untersuchten nun, ob ein sehr frühzeitiger Start einer solchen Kombinationstherapie für die Patienten Vorteile bietet.

N Engl J Med 2013; 369: 11-19

 

Wird bereits am ersten Tag mit einer Kombinationstherapie aus ASS und Clopidogrel begonnen, kann das Risiko eines erneuten Schlaganfalls gesenkt werden.

An der randomisierten, doppelblinden CHANCE-Studie nahmen 5170 Patienten teil, die eine TIA oder einen kleinen ischämischen Schlaganfall erlitten hatten. Sie erhielten entweder ASS und Placebo oder ASS und Clopidogrel. Clopidogrel wurde an Tag 1 mit einer Aufsättigungsdosis von 300 mg gegeben und ab Tag 2 mit 75 mg fortgeführt. Die Dosierung von ASS lag bei 75 mg. Insgesamt erhielten die Patienten die entsprechende Therapie für 90 Tage nach dem Erstereignis. Primärer Endpunkt der Studie war ein ischämischer oder hämorrhagischer Schlaganfall innerhalb der ersten 90 Tage nach dem Erstereignis.

In der Kombinationsgruppe traten bei 8,2% der Patienten Schlaganfälle auf, in der ASS-Monotherapiegruppe bei 11,7% (Hazard Ratio 0,68; 95%-Konfidenzintervall 0,57-0,81; p<0,001). Moderate oder schwere Blutungen und hämorrhagische Schlaganfälle traten in beiden Gruppen bei 0,3% der Patienten auf.

 

Fazit

Bei Patienten, die eine TIA oder kleineren Schlaganfall erlitten haben und innerhalb der ersten 24 h medikamentös behandelt werden können, senkt die Kombinationstherapie aus Clopidogrel und ASS das Risiko für einen zweiten Schlaganfall, so die Autoren.

 

Dr. med. C. Feldmann, Köln

Aus der Zeitschrift DMW Deutsche medizinische Wochenschrift 38/2013