• Gastrointestinale somatoforme Störungen

     

Gastrointestinale somatoforme Störungen

Somatoforme Störungen im Magen-Darm-Trakt gehen mit einem hohen Leidensdruck für die Patienten einher. Oftmals fällt die Diagnose schwer bzw. wird sie erst spät gestellt. Der Artikel möchte ein klareres Bild dieser Krankheitsbilder zeichnen und die Diagnostik und Therapiemöglichkeiten genauer beleuchten. Die neu überarbeitete AWMF-Leitlinie von 2018 berücksichtigt die somatoformen gastrointestinalen Störungen.

Somatoforme Störungen sind Krankheitsbilder, welche mit einer hohen Prävalenz von bis zu 15 % einhergehen und somit eine sozioökonomische Relevanz haben. Patienten mit einer somatoformen Störung haben bis zu 9-fach höhere Behandlungskosten als die durchschnittliche Bevölkerung. Ungefähr 62 % der Betroffenen suchen einen Arzt auf und beinahe 41 % aller Patienten einer gastroenterologischen Praxis haben eine funktionelle gastrointestinale Störung. Für den Einzelnen bedeutet eine solche Störung oftmals einen hohen Leidensdruck, verbunden mit einer deutlichen Einschränkung der Lebensqualität. Die International Classification of Diseases (ICD-10) definiert somatoforme Störungen als Krankheitsbilder mit rezidivierend dargebotenen körperlichen Symptomen. Die betroffenen Patienten suchen wiederholt meist unterschiedliche Ärzte auf und fordern hartnäckig medizinische Untersuchungen und Diagnostik ein. Dieses Verhalten bleibt meist auch nach negativen Vorbefunden und der wiederholten ärztlichen Versicherung, dass diese Beschwerden nicht durch die körperlichen Befunde erklärbar seien, bestehen. Eventuell vorhandene körperliche Befunde können meist das Ausmaß der Beschwerden nicht erklären.

Somatoforme Störungen können eingeteilt werden in:

  • Somatisierungsstörung (F45.0)
  • Undifferenzierte Somatisierungsstörung (F45.1)
  • Hypochondrische Störung (F45.2)
  • Somatoforme autonome Funktionsstörung (F45.3)
  • Anhaltende Schmerzstörung (F45.4)
  • Sonstige somatoforme Störungen (F45.8)
  • Somatoforme Störung, nicht näher bezeichnet (F45.9)

Bezogen auf den Gastrointestinaltrakt spielt vor allem die somatoforme autonome Funktionsstörung eine wichtige Rolle. Die somatoformen autonomen Funktionsstörungen manifestieren sich symptomatisch v. a. in einem vegetativ innervierten Organ. Typische Symptome im Gastrointestinaltrakt sind:

  • Stuhldrang
  • Diarrhö
  • Verstopfung
  • Blähungen
  • Flatulenzen
  • Schmerzen

Im ICD-10 sind das Reizdarmsyndrom und die funktionelle Dyspepsie über die Funktionsstörung definiert und organbezogen zu finden („Sonstige Erkrankungen des Darms“ und „Krankheiten des Ösophagus, des Magens und des Duodenums“). Sollten bei diesen funktionellen Erkrankungen die o. g. Merkmale hinzukommen, kann von einer somatoformen autonomen Funktionsstörung (in diesem Falle des oberen oder unteren Verdauungssystems) gesprochen werden.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Gastrointestinale somatoforme Störungen

Aus der Zeitschrift: Fortschritte der Neurologie Psychiatrie 09/2019

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