• Gedächtnissprechstunde

     

Subjektive Gedächtnisbeeinträchtigungen in der Früherkennung von Demenzen: Beziehung zur Akzeptanz der Lumbalpunktion bei Patienten einer Gedächtnissprechstunde

In Gedächtnissprechstunden wird in der Regel ein sehr heterogenes Klientel vorstellig, das Patienten mit neurodegenerativen Erkrankungen, anderen Hirnfunktionsstörungen, psychischen Störungen sowie „gesunde Besorgte“ umfasst.

Zur Früh- und Differentialdiagnose der Alzheimer-Demenz gewinnen biomarkergestützte Methoden wie die liquorbasierte Demenzdiagnostik mittels Lumbalpunktion (LP) eine zunehmend größere Bedeutung. Der fortschreitenden Entwicklung dieser biomarkergestützten Diagnostik steht allerdings gegenüber, dass deren Anwendung – im Vergleich zur Durchführung nicht-invasiver und vertrauterer Methoden – in Patientenbefragungen weniger akzeptiert ist, was sich auch in Durchführungs- bzw. Ablehnungshäufigkeiten ausdrückt. Dies kann mit untersuchungsimmanenten Nebenwirkungen und Risiken der LP zusammenhängen, aber auch die Bedeutung der individuellen Abwägung der Folgen einer Frühdiagnostik wird in diesem Zusammenhang diskutiert.

Bislang wurde nicht untersucht, ob Patientenmerkmale mit der Akzeptanz (i. S. einer konkreten Einwilligung und Durchführung) einer invasiven biomarkergestützten Diagnostik assoziiert sind. Hinweise auf mögliche Zusammenhänge finden sich in einer früheren Arbeit von Boustani et al, aus der eine höhere Ablehnungsquote gegenüber einer erweiterten Demenzdiagnostik bei Patienten mit besseren kognitiven Leistungen im Screening hervorging. Ebenso scheint bei Patienten einer Gedächtnissprechstunde das subjektive Erleben kognitiver Insuffizienz – stärker als objektivierbare kognitive Leistungsminderungen – in den Entscheidungsprozess zugunsten einer diagnostischen Abklärung involviert zu sein. Einen theoretischen Rahmen dieser Befunde bietet u. a. das Common Sense Model of Illness Representation, das die individuelle Auseinandersetzung und Bewertung von Symptomen in Bezug zur Inanspruchnahme von medizinischer Hilfe sieht.

Das subjektive Erleben kognitiver Störungen ist Gegenstand eines zunehmenden Forschungsinteresses an ersten symptomatischen Anzeichen des präklinischen Stadiums der Alzheimer-Erkrankung. Die subjektive kognitive Verschlechterung (subjective cognitive decline, SCD), die entsprechend den Forschungskriterien als vom Patienten erlebte Einbuße in mnestischen und / oder nicht-mnestischen Funktionen bei normgerechter Leistung in neuropsychologischen Tests definiert ist (weitere Voraussetzungen sind u. a., dass diese nicht durch eine andere psychische Störung erklärbar ist), erwies sich in longitudinalen Studien als Risikofaktor für einen fortschreitenden kognitiven Abbau entlang des Kontinuums zur leichten kognitiven Beeinträchtigung (mild cognitive impairment, MCI) bis hin zur Alzheimer-Demenz.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Subjektive Gedächtnisbeeinträchtigungen in der Früherkennung von Demenzen: Beziehung zur Akzeptanz der Lumbalpunktion bei Patienten einer Gedächtnissprechstunde

Aus der Zeitschrift: Fortschritte der Neurologie Psychiatrie 05/2019

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