• Macht Süßes vergesslich?

    Menschen mit einem dauerhaft hohen Blutzuckerspiegel haben häufiger Gedächtnisprobleme als Menschen, deren Zuckergehalt im Blut niedriger ist.

     

Gedächtnisleistung – Macht Süßes vergesslich?

Menschen mit einem dauerhaft hohen Blutzuckerspiegel haben häufiger Gedächtnisprobleme als Menschen, deren Zuckergehalt im Blut niedriger ist. Diese Ergebnisse hat das Team um Prof. A. Flöel der Charité Berlin in einer Studie in der Fachzeitschrift Neurology im Oktober online veröffentlicht. Sie untersuchten die Gedächtnisleistungen von insgesamt 141 gesunden Probanden mit einem Durchschnittsalter von 63 Jahren. Anhand verschiedener Gedächtnistests prüften die Wissenschaftler die Merkfähigkeit der Teilnehmer und analysierten in Bluttests ihren Zuckerspiegel. Weiterhin wurden mithilfe der Kernspintomografie die Größe und die Struktur des Hippocampus berechnet.

 

Hippocampus verkleinert

Die Ergebnisse zeigten, dass Teilnehmer mit einem niedrigen Blutzuckerspiegel in den Gedächtnistests weitaus besser abschnitten. In einem der Tests mussten die Probanden beispielsweise eine Liste mit 15 Wörtern für 30 Minuten in Erinnerung behalten. Es zeigte sich, dass die Zunahme von nur 7 mmol / mol HbA1c, einem Langzeitmarker für Zucker im Blut, dazu führte, dass die Teilnehmer sich im Durchschnitt an 2 Wörter weniger erinnerten. Außerdem ergab die Analyse der Kernspintomografie, dass der Hippocampus dieser Personen kleiner war und eine schlechtere Struktur aufwies, als der von Probanden mit einem niedrigen Zuckerspiegel.

Selbst für Menschen mit einem normalen Zuckerspiegel könnte es also eine vielversprechende Strategie sein, im Alter ihre Gedächtnisleistungen durch weniger Süßes zu erhalten, folgert Flöel. In der Praxis bedeute das zum Beispiel, Übergewicht zu vermeiden und viel Gemüse, Obst, Vollkornprodukten und Fisch zu essen. Auch regelmäßige Bewegung wirke sich positiv auf den Zuckerspiegel aus. Für gesicherte Aussagen seien allerdings noch weiterführende Studien nötig.

Nach einer Mitteilung der Berliner Charité

Aus der Zeitschrift Fortschritte der Neurologie Psychiatrie 2013; 81(12): 672