• Gewaltträume als Vorbote von Parkinson und Lewy-Körper-Demenz

    Menschen mit Gewaltträumen sollten sich auf Parkinson oder Lewy-Körper-Demenz untersuchen lassen.

     

Gewaltträume als Vorbote von Parkinson und Lewy-Körper-Demenz

Gewaltträume, bei denen die Patienten sich verfolgt fühlen und im Schlaf um sich schlagen, können Vorboten eines Morbus Parkinson sowie einer Lewy-Körper-Demenz sein. Diese schon früher geäußerte Hypothese hat jetzt eine Langzeitbeobachtung von 44 Patienten mit der seltenen Traum-Schlafverhaltensstörung IRBD (Idiopathic Rapid-Eye-Movement Sleep Behaviour Disorder) bestätigt. Mehr als 90 Prozent der Probanden entwickelten binnen 14 Jahren nach der Diagnose einen Parkinson oder eine Lewy-Körper-Demenz. Auch bei IRBD-Patienten, die in den 14 Jahren nicht erkrankten, fanden sich diskrete neurodegenerative Zeichen.

 

„Dies unterstreicht unsere Empfehlung, IRBD-Patienten auf Anzeichen neurodegenerativer Erkrankungen zu untersuchen, damit frühzeitig eine Beratung und Unterstützung erfolgen kann“, erklärt dazu Professor Dr. Wolfgang Oertel, Marburg, der das Phänomen schon länger im Rahmen einer IRBD-Studiengruppe untersucht. Für die Patienten kann der Umgang mit dem Wissen einer bevorstehenden schweren Erkrankung jedoch problematisch sein, warnt Oertel und plädiert deshalb für eine umfassende, gegebenenfalls auch psychologische Unterstützung der Betroffenen.