• Koma

     

Koma – der bewusstseinsgestörte Patient aus neurologischer Sicht

Bewusstseinsstörungen stellen sich in der Notfallsituation zunächst unspezifisch dar mit einer Vielzahl von möglichen Ursachen. Daher müssen die Informationen aus Anamnese, Inspektion, allgemeiner und neurologisch-klinischer Untersuchung, Labor- und insbesondere der zerebralen Bildgebung zu einer schlüssigen Arbeitsdiagnose zusammengeführt werden.

Nichttraumatisch bedingte Bewusstseinsstörungen können durch verschiedenste auf das Gehirn einwirkende Noxen ausgelöst werden. Häufig ist ein akutes Koma durch potenziell lebensbedrohliche internistische, neurologische oder neurochirurgische Erkrankungen bedingt, die einer schnellen Behandlung bedürfen. Bei einer hohen Krankenhaussterblichkeit der akuten Bewusstseinsstörung von 25 – 48% in westlichen Patientenkollektiven gilt daher nicht nur bei einem zugrunde liegenden Hirninfarkt die Devise „Time is Brain“.

Sowohl für die internistischen als auch für die primär zerebral-neurologischen Ursachen der Bewusstseinsstörungen konnte gezeigt werden, dass die Geschwindigkeit der getroffenen diagnostischen und therapeutischen Schritte für eine günstige Prognose entscheidend ist („Golden Hour“). Insbesondere, wenn z. B. eine systemische Thrombolyse oder mechanische Thrombektomie beim akuten Hirninfarkt oder eine antibiotische Therapie bei bakterieller Meningitis erforderlich sind, müssen diese zwingend innerhalb der ersten 30 – 60 Minuten nach Klinikaufnahme eingeleitet werden.

In der Notfallsituation stellt die Bewusstseinsstörung zunächst ein unspezifisches Symptom dar, das eine Vielzahl von Erkrankungen begleiten kann. Daher müssen die Informationen aus Anamnese, Inspektion, allgemeiner und neurologischer klinischer Untersuchung, Labor- und weiteren Zusatzuntersuchungen – insbesondere der zerebralen Bildgebung – im Rahmen einer mehrdimensionalen Kategorisierung zu einer schlüssigen Arbeitsdiagnose zusammengefügt werden. Prognostisch entscheidend ist eine schnelle und dennoch ausreichend differenzierte Diagnosestellung.

Bei einer Bewusstseinsstörung kann das Gehirn primär (z. B. durch einen Schlaganfall) oder sekundär (z. B. durch Hypo- und Hyperglykämie oder Sepsis) betroffen sein. Eine Überlappung dieser primären und sekundären Ursachen einer Bewusstseinsstörung und damit auch des „neurologischen“ und „internistischen“ Blickwinkels ergibt sich beispielsweise, wenn internistische (sekundäre) Ursachen neben der Bewusstseinsstörung zu fokalen Komplikationen führen: So treten z. B. Krampfanfälle als Komplikation metabolischer Störungen auf oder ein posteriores Enzephalopathiesyndrom (PRES; s. u.) im Rahmen einer hypertensiven Krise.

 

Lesen Sie hier den gesamten Beitrag: Koma – der bewusstseinsgestörte Patient aus neurologischer Sicht

Aus der Zeitschrift Intensivmedizin up2date 02/2017

Call to Action Icon
Intensivmedizin up2date Jetzt abonnieren!

Newsletter Neurologie

  • Thieme Newsletter - Wissen das sich anpasst - Jetzt kostenlos registrieren

    Jetzt kostenlos anmelden

    Mit brandaktuellen News und Neuerscheinungen, Schnäppchen und tollen Gewinnspielen sind Sie up to date und immer einen Schritt voraus.

Quelle

Intensivmedizin up2date
Intensivmedizin up2date

EUR [D] 129,00Zur ProduktseiteInkl. gesetzl. MwSt.

Buchtipps

Neurologie
Heinrich Mattle, Marco Mumenthaler, Gerhard SchrothNeurologie

EUR [D] 129,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Kurzlehrbuch Neurologie
Heinrich Mattle, Marco MumenthalerKurzlehrbuch Neurologie

EUR [D] 34,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Neurologische Differenzialdiagnostik
Claudio Bassetti, Marco MumenthalerNeurologische Differenzialdiagnostik

Neurologische Symptome und Zeichen richtig bewerten, abklären und einordnen

EUR [D] 129,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.