• Hirntumor

     

Kontinuierliches subkortikales Mapping

Die moderne neurochirurgische Onkologie verfolgt das Konzept der maximalen Tumorentfernung mit gleichzeitiger Funktionserhaltung. Dies ist bei Gliomen eine Herausforderung, da Tumorgrenzen nicht immer sichtbar sind und anatomische Landmarken verschoben sein können. Im folgenden Artikel werden intraoperative neurophysiologische Methoden zur Lokalisation und Überwachung des Primär Motorischen Kortex und der Pyramidenbahn in der supratentoriellen Tumorchirurgie diskutiert.

Während der Operation von Hirntumoren werden 2 Konzepte verfolgt: das Ausmass der Resektion, welches mit dem Überleben korreliert, und die Vermeidung von neuen neurologischen Defiziten, was sich in der Lebensqualität wiederspiegelt. Deshalb sollte die Tumorentfernung nicht nur nach anatomischem Wissen sondern funktionsgeleitet erfolgen.

Eine komplette Resektion oder fast komplette Resektion «gross total resection (GTR)» bleibt der Goldstand für die meisten intrakraniellen Tumoroperationen und die Evidenz hierfür steigt für sowohl höhergradige als auch niedriggradige Gliome. In den präoperativen MRI Bildern werden bis zu 50% aller Hirntumoren fälschlicherweise als «eloquent» und damit als inoperabel eingeschätzt. Intraoperatives Mapping dient also nicht nur dazu, wichtige eloquente Bahnen zu finden und die Funktion zu erhalten, sondern hilft auch zu verifizieren, ob ein vor der Operation als eloquent angenommener Tumor intraoperativ wirklich eloquent liegt.

Wenn man aber eine komplette Tumorentfernung anstrebt, ist oft der letzte und tiefste Punkt des Tumors in der Nähe von eloquenten Bahnen und so eine Verletzung dieser und ein bleibendes neurologisches Defizit eine Gefahr. So kann der neuroonkologische Vorteil einer kompletten Tumorentfernung durch ein neues neurologisches Defizit gemindert werden. Deshalb ist das wichtige Konzept eine maximale aber sichere Tumorentfernung und dieses kann durch intraoperative neurophysiologische Methoden geleitet werden. In einer Metaanalyse von 90 Studien mit 8091 Patienten konnte gezeigt werden, dass intraoperatives Mapping bei Operationen von eloquent gelegenen Gliomen die späte neurologische Defizitrate von 8,2 auf 3,4% reduzieren kann und gleichzeitig den Prozentsatz der «gross total resection» von 58 auf 75% verbessert.

Für diese funktionell geleitete neurochirurgische Operationstechnik gibt es 2 neurophysiologische Methoden: das Mapping und das Monitoring.

Elektrisches kortikales Mapping wurde bereits früh zur Identifizierung eloquenter kortikaler Areale etabliert. Später wurde das subkortikale Mapping eingeführt, um wichtige Bahnen wie die Pyramidenbahn intraoperativ lokalisieren zu können. Eine gleichzeitig intraoperativ kontinuierliche Überwachung (Monitoring) evozierter Potenziale wie z. B. der motorisch evozierten Potenziale (MEP) erlaubt eine Echtzeit-Rückmeldung über die Integrität und Intaktheit des funktionellen Systems. Beide Methoden, Mapping und Monitoring, sind weit verbreitet und haben die Sicherheit von Tumoroperationen deutlich verbessert. Im folgenden Artikel werden Mapping-Techniken zum Aufsuchen der Pyramidenbahn diskutiert.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Kontinuierliches subkortikales Mapping

Aus der Zeitschrift: Klinische Neurophysiologie 04/2019

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