• Status epilepticus

     

Levetiracetam in der Behandlung des Status epilepticus – ein update

Levetiracetam (LEV) ist in Deutschland seit November 2000 im Handel. Mit einer auch bei oraler Gabe etwa 100 %igen Bioverfügbarkeit, fehlendem hepatischen Metabolismus und minimalem Interaktionspotential ist es geeignet zum Einsatz in pharmakologisch unübersichtlichen Notfallsituationen.

Daher liegen seit 2004 Publikationen zum Einsatz des LEV beim Status epilepticus (SE) vor. Basierend auf einer PubMed-Literatur-Recherche vom 12.12.2011 wurden die Behandlungsergebnisse des Einsatzes von LEV beim SE zuletzt im Januar 2013 in dieser Zeitschrift dargestellt. LEV war zum damaligen Zeitpunkt in Dosierungen zwischen 500-9000 mg angewendet worden. In pädiatrischen Fallberichten wurden im Mittel 56 mg / kg (Bereich 20 mg / kg – 115 mg / kg) gegeben. Auf Basis der damals verfügbaren Fallserien wurde eine Gesamterfolgsrate von 53,7-58,1 % geschätzt. Nun wurde unlängst in einer retrospektiven Datenbankanalyse darauf hingewiesen, dass mit zunehmendem Einsatz neuerer Antiepileptika in der Behandlung des Status epilepticus, welcher wohl schwerpunktmäßig auf den zunehmenden Einsatz von LEV zurückzuführen war, es zu vermehrten neuen neurologischen Defiziten bei Entlassung und vermehrten refraktären Verläufen gekommen war. Der genaue Anteil des LEV-Einsatzes an dieser Entwicklung lässt sich aus jener Arbeit nicht erkennen. Die Arbeit wurde jedoch zum Anlass genommen, die aktuellen Daten zum Einsatz von LEV beim SE kritisch zu sichten. Dabei soll insbesondere die Pharmakokinetik der Substanz bezüglich ihres Übertrits über die Blut-Hirnschranke in die Beurteilung einfließen.

Methode

Wir führten am 06.07.2018 eine erneute PubMed-Literatur-Recherche mit den Suchwörtern „Levetiracetam“ und „Status epilepticus“ durch. Es wurden 47 Arbeiten in PubMed gefunden, von denen 44 Einzelfallberichte, Fallserien oder prospektive Studien über LEV bei SE waren und analysiert wurden. Die Arbeit von Redecker und Mitarbeitern 2015 wurde nicht berücksichtigt, da sie lediglich eine Vorabpublikation vorläufiger Daten darstellt, die später vollständig publiziert wurden. Ebenfalls nicht berücksichtigt wurde die Arbeit von Misra und Kalita, da sie lediglich Daten einer bereits 2013 referierten Arbeit enthält und mit einer älteren Studie aus dem gleichen Haus zu Phenytoin und Valproat bei SE vergleicht. Ebenso nicht berücksichtigt wurde eine Vergleichsstudie zwischen LEV und Fosphenytoin, da hier die beiden Substanzen lediglich zum Erhalt des Behandlungserfolges eingesetzt wurden, nachdem der SE durch Diazepam klinisch bereits durchbrochen war.

Es wurde für die Beschreibung des Behandlungserfolgs zwischen Einzelfallberichten und Fallserien / prospektiven Studien unterschieden, da bei den Einzelfallberichten mit einem hohen Publikations-Bias zu rechnen ist. Als Behandlungserfolg wurde die Durchbrechung des SE durch LEV nach Definition der jeweiligen Autoren gewertet. Die jeweiligen Definitionen werden zusammen mit anderen Charakteristika in aufgelistet und bei der Besprechung der einzelnen Arbeiten und in der Diskussion bewertet. Als Erfolgsrate wurde die Anzahl der Behandlungserfolge bezogen auf die beschriebenen Behandlungsepisoden definiert.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Levetiracetam in der Behandlung des Status epilepticus – ein update

Aus der Zeitschrift: Fortschritte Neurologie Psychiatrie 06/2019

Call to Action Icon
Fortschritte der Neurologie Psychiatrie Jetzt abonnieren!

Thieme Newsletter

Quelle

Buchtipps

SOPs Neurologie
Gereon Rudolph Fink, Ralf Gold, Peter BerlitSOPs Neurologie

EUR [D] 199,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Neuro-Intensivmedizin
Julian Bösel, Silvia SchönenbergerNeuro-Intensivmedizin

SOPs für die neurologische und neurochirurgische Intensivmedizin

EUR [D] 59,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Erfahrungsschatz Neurologie
Christian Henke, Oliver C. SingerErfahrungsschatz Neurologie

EUR [D] 49,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.