• Mechanische Thrombektomie © shutterstock

     

Mechanische Thrombektomie bei Schlaganfall – flächendeckende Versorgung gefordert

Mit der mechanischen Thrombektomie sind beim akuten Schlaganfall Rekanalisationsraten von rund 90 Prozent zu erreichen. Die Experten fordern vor diese Hintergrund nunmehr, die Behandlungsmöglichkeiten entsprechend auszuweiten, sodass eine flächendeckende Versorgung der Patienten zu realisieren ist.

Die Thrombektomie hat sich mittlerweile als evidenz-basiertes Therapieverfahren beim akuten Schlaganfall etabliert. Damit besteht laut Professor Dr. Gerhard F. Hamann, 2. Vorsitzender der Deutschen Schlaganfall-Gesellschaft (DSG) und Direktor der Klinik für Neurologie und Neurologische Rehabilitation am Bezirkskrankenhaus Günzburg
nunmehr die Aufgabe darin, in den kommenden Jahren in Deutschland die flächendeckende Versorgung akuter Schlaganfallpatienten mit dieser neuen Therapiemethode zu gewährleisten. Das Verfahren muss davon abgesehen weiterentwickelt werden, wobei vor allem Patienten-Subgruppen zu identifizieren sind, die nicht oder nicht in besonderem Maße von der Thrombektomie profitieren.

„Zum anderen werden die praktischen Umsetzungen in verschiedenen Modellen der Versorgung wie z.B. in Regionen mit vielen interventionell tätigen Zentren in relativer Konkurrenzsituation und im Gegensatz dazu in eher ländlichen Regionen mit großen Anfahrtswegen zur Diskussion stehen“, erklärt Hamann. Die von der DSG zertifizierten überregionalen Stroke Units (derzeit 107 in Deutschland) stellen aus seiner Sicht hierbei das Rückgrat der Schlaganfallversorgung dar. Sie können nach den neuesten Zertifizierungskriterien auf mindestens zwei interventionell tätige Neuroradiologen/Radiologen zurückgreifen, die eine mechanische Thrombektomie durchführen können.

Die Weiterentwicklung und Zertifizierung der 2013 initiierten Neurovaskulären Netzwerke (NVN) soll die Speerspitze der Entwicklung der nächsten Jahre bilden. Es soll mit den überregionalen Stroke Units und den zu entwickelnden und neu zu gründenden NVN laut Gerhard Hamann eine zufriedenstellende, flächendeckende Versorgung realisiert werden.

Wünschenswert sei in den kommenden Jahren trotzdem ein weiterer konstanter Ausbau der Stroke Unit-Versorgung. Denn es laufen weitere aktuelle Studien zur intravenösen Thrombolysebehandlung und es ist nach Hamann zu erwarten, dass die sich schon abzeichnende Ausweitung der Thrombolyse jenseits der eigentlichen Zulassungskriterien weiter wissenschaftlich untermauert wird.

Außerdem sind neue Studien zum Einsatz der Hypothermie als neuroprotektive Strategie und zur Behandlung des „Wake-up“ Strokes (Lyse bei Patienten mit unklarem Zeitfenster und fehlenden Gewebsschädigungszeichen) auf dem Weg. Sie können in diesen „evidenz-freien Bereichen neue Richtungen weisen“, erläutert Professor Dr. Martin Dichgans, 1. Vorsitzender der DSG und Direktor des Institutes für Schlaganfall und Demenzforschung der LMU München.

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