• MRSA Screening

     

MRSA-Screening in der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation

Methicillin-resistente Staphylococcus-aureus-Stämme (MRSA) haben in der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation eine erhebliche medizinische und ökonomische Relevanz. Es ist wichtig, MRSA-Träger möglichst rasch nach Aufnahme zu identifizieren, um Transmissionen zu verhindern und Isolierungs- sowie Dekolonisierungsmaßnahmen einleiten zu können.

In der vorliegenden Arbeit wurde die Anwendung und Aussagekraft eines PCR-basierten Schnelltests (Polymerase-Kettenreaktion) zum Nachweis von MRSA-Erbgut in Nasen-Rachen-Abstrichen (BD MAX MRSA XT, BD Diagnostics, Heidelberg, Deutschland) von neurologischen Rehabilitanden untersucht und mit dem Standard-Verfahren (Kultur) als Goldstandard verglichen. Im Jahr 2013 wurden innerhalb von sieben Tagen nach Aufnahme bei n = 66 Frührehabilitanden MRSA-Abstriche sowohl mittels PCR-Schnelltest als auch kulturell untersucht. Dabei ergab sich für die PCR eine Sensitivität von 84,6 % mit einer Spezifität von 86,8 %. Der positive prädiktive Wert (PPW) lag bei nur 61,1 %, der negative (NPW) bei 95,8 %. Bei insgesamt 39 Frührehabilitanden lagen PCR und Kultur zeitlich nur bis zu einem Tag auseinander, hierdurch stieg die Sensitivität auf 100 %, die Spezifität auf 90,3 %. In dieser Subgruppe betrug der PPW 72,7 %, der NPW 100 %. Die Ergebnisse zeigen, dass nach einem positiven PCR-Befund rasch (innerhalb von 24 Stunden) eine kulturelle Untersuchung durchgeführt werden sollte, um eine MRSA-Besiedelung zu verifizieren. Insbesondere der hohe NPW (95,8 bzw. 100 %) zeigt an, dass negativ getestete Patienten auch mit hoher Wahrscheinlichkeit keine MRSA-Träger sind. Auf ein positives Testergebnis in der PCR kann man sich allerdings weniger gut verlassen (wegen falsch-positiver Ergebnisse), sodass bei Vorliegen eines MRSA-Nachweises in der PCR bei neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitanden eine kulturelle Untersuchung durchgeführt werden sollte, um unnötig lange Isolierungsmaßnahmen zu vermeiden.

Die MRSA-Prävalenz (MRSA = Methicillin-resistenter Staphylococcus aureus) bei Aufnahme in Zentren der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation (NNFR) lag noch zu Beginn des Jahrzehnts deutlich über 10 %, wohingegen aktuellere multizentrische Daten einen Rückgang auf bis zu 7 % nahelegen. Dennoch ist evident, dass die Besiedelung mit MRSA nicht nur erhebliche ökonomische Relevanz in der NNFR hat, sondern mit Problemkeimen besiedelte Patienten auch ein schlechteres rehabilitatives Outcome aufweisen, was auf die hohe Morbiditätslast und den schlechten funktionellen Status dieser Patienten zurückzuführen sein dürfte.

Um Transmissionen zu verhindern, wird die Einzel- oder Kohortenisolierung im Krankenhausbereich empfohlen, zu dem medizinisch und leistungsrechtlich auch die NNFR zählt. Identifizierte MRSA-Träger müssen so lange isoliert bleiben, bis eine Dokolonisierung erfolgreich war.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: MRSA-Screening in der neurologisch-neurochirurgischen Frührehabilitation

Aus der Zeitschrift: Fortschritte der Neurologie Psychiatrie 09/2019

 

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