• Myalgie-Faszikulations-Krampus-Syndrom (MFKS)

     

Das Myalgie-Faszikulations-Krampus-Syndrom (MFKS)

Die vorliegende Übersichtsarbeit beschäftigt sich mit dem Myalgie-Faszikulations-Krampus-Syndrom (MFKS), einer gutartigen Erkrankung, die zu den Hyperexzitabilitätssyndromen des peripheren Nervensystems gezählt wird. Der Artikel stellt die Klinik, Pathophysiologie, Differenzialdiagnostik und Therapie dar und illustriert das MFKS mit einem typischen Fallbericht.

Das Myalgie-Faszikulations-Krampus-Syndrom (MFKS) („cramp-fasciculation-syndrome“) erstmals 1948 von Denny-Brown und Foley beschrieben, wird auch als benigne Motoneuron-Erkrankung bezeichnet. Die klinische Symptomatik ist durch den deutschen Begriff schon hinreichend bezeichnet: Im Vordergrund der Symptomatik stehen Myalgien und Krampi, begleitet von Faszikulieren an den Extremitäten. Unter einem Krampus versteht man sichtbare, palpable und schmerzhafte Kontraktionen eines Muskels oder von Teilen eines Muskels, spontan auftretend oder nach Willkürinnervation eingeleitet. Das Auftreten korreliert dabei nicht mit der Stärke der auslösenden Kontraktion und kann durch passive Dehnung des Muskels beendet werden. Die Myalgien sind belastungsinduziert und betreffen vor allem die Extremitätenmuskulatur, bevorzugt Oberschenkel und Waden.

Faszikulationen sind spontane, unwillkürliche Entladungen einer Gruppe von Muskelfasern, die entweder eine ganze motorische Einheit oder Teile repräsentieren. Benigne Faszikulationspotenziale (FP) lassen sich in der Elektromyografie (EMG) nicht von solchen pathologischen Ursprungs differenzieren. Faszikulationen kommen bei Gesunden häufig vor, z. B. im M. orbicularis oculi. In einer Studie konnten FP bei gesunden Erwachsenen mittels Sonografie bei 43 % im M. abductor hallucis festgestellt werden. In einer anderen Untersuchung an Gesunden mittels Oberflächen-EMG-Ableitung ließen sich sogar in 77 % FP nachweisen. Klinisch werden benigne Faszikulationen nicht von einer Muskelatrophie oder anderen neurologischen Auffälligkeiten begleitet. Wegen der Differenzialdiagnose einer Motoneuron-Erkrankung lösen Faszikulationen vor allem unter Ärzten Ängste aus, wenngleich sich in einer prospektiven Untersuchung nur in 5 % der Fälle tatsächlich eine Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) entwickelte. Klinisch können gutartige Faszikulationen sporadisch zumeist an den Unterarmen, Waden und am Daumen beobachtet werden. Sie können durch Koffein, Nikotin, Stress, Angst und anstrengende körperliche Tätigkeiten evoziert werden. Benigne Faszikulationen zeigen sich oft über viele Jahre, ohne dass es zu neurologischen Ausfällen kommt.

 

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Das Myalgie-Faszikulations-Krampus-Syndrom (MFKS)

Aus der Zeitschrift: Fortschritte der Neurologie Physichiatrie 07/2020

Call to Action Icon
Fortschritte der Neurologie Psychiatrie Jetzt abonnieren!

Thieme Newsletter

  • Jetzt zum Newsletter anmelden und Paper sichern!

    Jetzt kostenlos anmelden

    Melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an und Sie erhalten als Dankeschön ein Paper zum Download.

Quelle

Buchtipps

Kursbuch Klinische Neurophysiologie
Peter Vogel, Ilia AroyoKursbuch Klinische Neurophysiologie

EMG - ENG - Evozierte Potentiale

EUR [D] 107,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

SOPs Neurologie
Gereon Rudolph Fink, Ralf Gold, Peter BerlitSOPs Neurologie

EUR [D] 207,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.

Läsionen peripherer Nerven und radikuläre Syndrome
Hermann Müller-Vahl, Martin TegenthoffLäsionen peripherer Nerven und radikuläre Syndrome

EUR [D] 199,99Zum Warenkorb hinzufügenInkl. gesetzl. MwSt.