• Schwere Depression - Hirn-Scan sagt Behandlungserfolg vorher

    Das Wissen zur Amyotrophen Lateralsklerose wurde nun ins Wanken gebracht.

     

Neue Erkenntnisse zur Amyotrophen Lateralsklerose

Das Lehrbuchwissen zur Amyotrophen Lateralsklerose (ALS) hat eine Wissenschaftlergruppe um Professor Albert C. Ludolph, Ulm, durch Untersuchungen des Hirngewebes verstorbener Patienten ins Wanken gebracht. „Das Leiden beginnt wahrscheinlich in der Hirnrinde und läuft in vier Stadien ab, die durch die Anreicherung des Proteins pTDP-43 gekennzeichnet sind“, erklärte Ludolph bei der Präsentation der Daten beim Kongress der Deutschen Gesellschaft für Neurologie in Dresden.

 

Die Forscher konnten ferner zeigen, dass ein weiteres Protein, das PGC-1α, bei Männern den Verlauf der Krankheit beeinflusst. „Diese Erkenntnis könnte die Tür aufstoßen zu neuen Therapieansätzen mit dem Ziel, das Fortschreiten der ALS aufzuhalten“, so Ludolph. Denn neben den Muskellähmungen sind nach seiner Darstellung auch Verhaltensänderungen im Sinne eines Frontal-Hirnsyndroms zu erwarten sowie im finalen Stadium auch Gedächtnisstörungen. „Aus der alleinigen Erkrankung der Motorik ist durch die neuen Befunde eine Erkrankung vieler Hirnsysteme geworden, die einen sequenziellen Verlauf zeigt“, betonte der Wissenschaftler. „Das impliziert, dass eine Behandlung möglich sein sollte, wenn es gelingt, die Sequenz zu stoppen“.