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    Basis des Morbus Alzheimer ist die Akkumulation von Protein A-beta in den Nervenzellen, was schließlich zur Bildung regelrechter Plaques führt, die die Zellen schädigen.

     

Neuer Wirkstoffkandidat gegen die Alzheimersche Demenz in Prüfung

Ein neuartiger Wirkstoffkandidat gegen die Alzheimersche Demenz wird im Rahmen eines aktuellen großen Forschungsprojektes am Forschungszentrum Jülich untersucht. Es handelt sich um das sogenannte Peptid D3, das offenbar in der Lage ist, A-beta-Oligomere unschädlich zu machen.

 

Basis des Morbus Alzheimer ist die Akkumulation von Protein A-beta in den Nervenzellen, was schließlich zur Bildung regelrechter Plaques führt, die die Zellen schädigen. Das Peptid D3 scheint auf molekularer Ebene in den Prozess eingreifen zu können. Anders als bisherige Wirkstoffe ist es offenbar in der Lage, gezielt A-beta-Oligomere unschädlich zu machen. Es handelt sich hierbei um vergleichsweise kleine, mobile Aggregate des Proteins. Sie stehen im Verdacht, eine Schlüsselrolle bei der Bildung der Amyloid-Plaques und damit bei der Entstehung und Progression der Alzheimerschen Demenz zu spielen.

In ersten Studien an Mäusen konnte die Jülicher Arbeitsgruppe um Professor Dr. Dieter Willbold zeigen, dass das Peptid D3 eine Verringerung der Amyloid-Ablagerungen im Hirn bewirkt und eine Verbesserung von Gedächtnis- und Lernfähigkeiten vermittelt. Um zu untersuchen, ob die Substanz auch für Anwendung beim Menschen geeignet ist, bewilligte der Helmholtz-Validierungsfonds (HVF) Gelder in Höhe von zwei Millionen Euro. Mit den Geldern wird das neue Forschungsprojekt in Jülich finanziert, wobei das Peptid D3 innerhalb von zwei Jahren bis zum Ende der Klinischen Phase I entwickelt werden soll.

Der Wirkstoff wird jetzt zunächst in präklinischen Untersuchungen auf unerwartete Nebenwirkungen getestet. Nach erfolgreichem Abschluss der Testreihen können erstmals Anwendungen beim Menschen erfolgen, um Erkenntnisse zur Sicherheit, Verträglichkeit und zum Metabolismus der Substanz zu gewinnen. Erst danach können in den Klinischen Phasen II- und III-Studien Alzheimer- Patienten eingeschlossen werden, um die Wirksamkeit von Peptid D3 am Menschen zu prüfen.

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