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Neues zur Diagnostik und Therapie von Gliomen

Die zunehmend molekular basierte Klassifikation der hirneigenen Tumoren verspricht eine verbesserte prognostische Einteilung und eröffnet Optionen für neue Behandlungsansätze und molekular stratifizierte Studien. Herausragende grundlagenwissenschaftliche Erkenntnisse in der Molekulargenetik, der Immunologie und nicht zuletzt hinsichtlich der Wachstumsmuster von Gliomen erlauben die Entwicklung innovativer Konzepte.

Die Diagnose eines diffusen Glioms wird hauptsächlich aufgrund des mikroskopischen Erscheinungsbildes und aktuell zusätzlicher Bestimmung epigenetischer Parameter sowie Mutationsanalysen gestellt. Der Umfang der molekularen Diagnostik in verschiedenen Zentren ist stark heterogen.

Zusätzlich sind Gewinne auf Chromosom 7 und Verluste auf Chromosom 10 deutliche Hinweise für Malignität, jedoch ebenfalls nicht diagnostisch gefordert. Die Erhebung von Hochdurchsatzdaten zu epigenetischen Methylierungsmustern im Tumorgewebe scheint die Treffsicherheit der Diagnose zu verbessern und zudem durch Entfaltung mehrerer Subgruppen eine größere Präzision zu erlauben. Inwieweit die jüngste Entdeckung von Tumornetzen neue Therapien stimulieren wird, ist Gegenstand intensiver Forschung.

Maßnahmen der Primärprävention stehen nicht zur Verfügung. Es gibt eine diskrete familiäre Komponente bei der Gliomentstehung, die aber nur bei genetisch definierten Tumorsyndromen klinisch relevant ist. Dazu zählen u. a. Neurofibromatose Typ I und II, Li-Fraumeni-Syndrom und Turcot-Syndrom. Weitere publizierte genetische Assoziationen sind schwach und ohne Einfluss auf Vorsorge oder Diagnostik.

Einfach zu erhebende Parameter wie z. B. die Bestimmung eines gliomassoziierten Markers im Serum oder Liquor stehen noch nicht routinemäßig zur Verfügung, obwohl erste Publikationen eine Bedeutung als Verlaufsparameter nahelegen. Aus kasuistischen Beobachtungen ist bekannt, dass sich zumindest Glioblastome innerhalb weniger Wochen entwickeln können, sodass bildgebende Screening-Untersuchungen nicht sinnvoll erscheinen. Aus diesen Gründen spielt die Früherkennung bisher bei Gliomen klinisch keine Rolle.

Lesen Sie den gesamten Beitrag hier: Neues zur Diagnostik und Therapie von Gliomen

Aus der Zeitschrift: Neurologie up2date 03/2019

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