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Neues zur Einteilung und Therapie von Meningeomen

Meningeome gehören zu den häufigsten Hirntumoren bei Erwachsenen. Während die meisten Meningeome gutartig sind, treten seltener auch atypische oder anaplastische Meningeome auf. Der Goldstandard zur Behandlung von Meningeomen ist die Tumorresektion, die ggf. postoperativ um eine Strahlentherapie ergänzt wird. Relevante Systemtherapien gibt es nicht. Aktuell werden verschiedene molekular zielgerichtete Substanzen zur Behandlung von lokal nicht mehr therapierbaren Meningeomen untersucht.


FALLBEISPIEL

Fall 1

Ein 69-jähriger Patient stellte sich in der Notaufnahme vor, da er während eines Spaziergangs das Gefühl hatte, sein linkes Bein nicht mehr richtig koordinieren zu können. Er sei deshalb auch gestürzt, habe das Bewusstsein aber nicht verloren. Bei Eintreffen in der Notaufnahme hatte sich die Symptomatik im linken Bein bereits wieder komplett zurückgebildet. Der Ehefrau des Patienten ist aufgefallen, dass ihr Mann in den letzten Wochen wesensverändert war und dass er zunehmende Gedächtnisstörungen entwickelt hat.

In der Notaufnahme wurde eine cCT durchgeführt. Es zeigte einen ausgedehnten Falx-ständigen Tumor rechts mit Umgebungsödem.

Epidemiologie

Unter den gutartigen Hirntumoren sind Meningeome die häufigste Tumorentität. Mit einer Inzidenz von ca. 8 Fällen pro 100 000 Personen pro Jahr machen diese etwa ein Drittel aller Hirntumoren aus. Ihren Ursprung haben sie in den arachnoidalen Deckzellen. Meningeome treten häufiger bei Frauen als bei Männern auf, was insbesondere um das 40. Lebensjahr (Verhältnis 3:1) und bei spinalen Meningeomen deutlich wird, die zu 90 % Frauen betreffen. Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei etwa 63 Jahren.


MERKE

Treten Meningeome in jüngerem Alter auf, muss an Risikofaktoren gedacht werden, beispielsweise eine vorausgegangene Strahlentherapie oder eine genetische Prädisposition.

Die Wahrscheinlichkeit eines strahleninduzierten Meningeoms nimmt mit der Zeit nach der Bestrahlung zu und erreicht über 8 % nach 25 Jahren. Zu den genetischen Erkrankungen, die für die Entstehung eines Meningeoms prädisponieren, gehört u. a. die Neurofibromatose Typ 2 (NF-2). Bei der NF-2 kommt es typischerweise durch Keimbahnmutationen des NF-2-Gens zur Entwicklung von bilateralen Akustikusneurinomen und Meningeomen.

Einteilung von Meningeomen

Gemäß der Lokalisation unterscheidet man

  • Konvexitätsmeningeome,
  • Falxmeningeome,
  • Meningeome der Schädelbasis und
  • spinale Meningeome.

Meningeome wachsen verdrängend gegenüber dem Gehirngewebe und arrodieren häufiger umgebende Knochenstrukturen oder auch das angrenzende Weichteilgewebe, was radiologisch als diagnostisches Kriterium genutzt wird. Bei einem Einwachsen in zerebrale Hirnvenen und Sinus kann es zu venösen Abflussstörungen und einer erheblichen Blutungsgefahr bei operativen Eingriffen kommen. Bei ca. 10 % der Patienten liegen multiple Meningeome vor.

Lesen Sie hier den ganzen Beitrag: Neues zur Einteilung und Therapie von Meningeomen
aus der Zeitschrift Neurologie up2date 04/2020

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